Zukünftige Mobilität Autonomes Fahren: Absichtserklärung für einheitliche Standards in Europa

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Um die Entwicklung und den Einsatz autonomer Fahrzeuge im regulären Verkehr europaweit besser koordinieren zu können, haben Deutschland und 16 Mitgliederstaaten der EU eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Im Rahmen dessen will man einheitliche europäische Standards für Technik, Sicherheit, Infrastruktur und Regularien erarbeiten.

Zusammen mit 16 weiteren EU-Mitgliedsstaaten will Deutschland autonomes Fahren - vor allem im ÖPNV und im Gütertransport - grenzübergreifend nach vorne bringen.(Bild:  Hamburger Hochbahn)
Zusammen mit 16 weiteren EU-Mitgliedsstaaten will Deutschland autonomes Fahren - vor allem im ÖPNV und im Gütertransport - grenzübergreifend nach vorne bringen.
(Bild: Hamburger Hochbahn)

Vor dem Hintergrund des EU-Verkehrsministerrats in Luxemburg haben Deutschland, Österreich, Belgien, Zypern, Tschechien, Estland, Finland, Frankreich, Griechenland, Kroatien, Ungarn, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Polen und Schweden die sogenannte Joint Declaration of Intent unterzeichnet. Das begrüßt auch der Verband der Automobilindustrie: „Die Unterzeichnung der Joint Declaration of Intent ist ein gutes Signal für den Hochlauf des autonomen Fahrens in Europa. Die deutsche und europäische Automobilindustrie verfügt über die technologische Kompetenz. Es ist überfällig, dass die regulatorischen Rahmenbedingungen in Europa dabei Schritt halten“, erklärt VDA-Geschäftsführer Dr. Marcus Bollig und betont: „Fakt ist: Für die erfolgreiche Skalierung von Level-4-Anwendungen braucht es grenzüberschreitend nutzbare Regeln, harmonisierte Verfahren und eine stärkere gegenseitige Anerkennung von Zulassungen. Europa darf und kann sich beim autonomen Fahren keine regulatorischen Insellösungen leisten.“

Schneller zur Marktreife

Die Testfelder sollen ermöglichen, dass autonome Fahrzeuge unter realen, grenzüberschreitenden Bedingungen betrieben werden. Dabei sollen einheitliche europäische Standards für Technik, Sicherheit und Infrastruktur entwickelt werden, einschließlich der Harmonisierung entsprechender nationaler und europäischer Regelwerke. Auf diese Weise erhoffen sich die Länder, die Technologie schneller zur Marktreife zu bringen und die EU-Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Als Anwendungsfälle sind der ÖPNV, inklusive Robotaxis, und der Güterverkehr vorgesehen. „Autonomes Fahren ist nicht nur eine technische Neuerung, sondern eine zentrale Zukunftstechnologie für unsere Mobilität. Gerade im öffentlichen Personennahverkehr und im Gütertransport entstehen dadurch neue Chancen für mehr Effizienz, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Teilhabe“, unterstreich Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder die Notwendigkeit für den Handlungsbedarf. „Wir wollen autonome Mobilität über EU-Staatengrenzen hinweg betreiben und harmonisierte europäische Standards für Technik, Sicherheit und Infrastruktur entwickeln. Mit dieser zeitgemäßen Initiative können wir gemeinsam mit unseren Nachbarn Frankreich und Luxemburg auf unseren bestehenden trilateralen Testfeldaktivitäten aufbauen und diese auf die nächste Stufe heben. Gemeinsam mit allen anderen unterzeichnenden Mitgliedstaaten können wir den großflächigen Einsatz automatisierter Fahrzeuge im regulären Verkehr und über nationale Grenzen hinweg ermöglichen.

Auf nationaler Ebene sind neben dem Kraftfahrtbundesamt die Länder Baden-Württemberg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Saarland an der Initiative beteiligt. (se)

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