Alternative Antriebe Madrid testet Bus mit Brennstoffzellensystem von Bosch

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Verkehrsbetriebe müssen vermehrt emissionsfreie Lösungen einbinden. Daher startet jetzt ein erster Testbetrieb in Madrid: Ausgerüstet mit einem Brennstoffzellen-Antriebssystem von Bosch befördert ein Bus von Irizar nun mehrere Wochen lang Passagiere durch die spanische Hauptstadt.

Der spanische Busbetreiber Alsa wird im städtischen Nahverkehr von Madrid einen Bus mit Brennstoffzellensystem von Bosch erproben. (Bild:  Bosch)
Der spanische Busbetreiber Alsa wird im städtischen Nahverkehr von Madrid einen Bus mit Brennstoffzellensystem von Bosch erproben.
(Bild: Bosch)

Busbetreiber und städtische Verkehrsbetriebe setzen aufgrund EU-Vorgaben zunehmend auf Alternativen zum Dieselantrieb. Neben den Regelungen zur Verbesserung der Luftqualität in Städten erfordern zusätzlich die Regelungen zum Klimaschutz umweltfreundlichere Antriebskonzepte. So müssen die CO2-Emissionen neu zugelassener Stadtbusse bis 2030 um 90 Prozent im Vergleich zum Vergleichsjahr 2019 sinken, für alle anderen Bustypen gilt das von 2040 an. Hier können Fahrzeuge mit Brennstoffzellen-Antriebssystem, die die EU als „Zero-Emission“-Fahrzeuge anerkennt, einen wichtigen Beitrag leisten. 2025 wurden laut dem europäischen Fahrzeugherstellerverband ACEA in der EU gut 38.000 Busse neu zugelassen.

„Die Brennstoffzelle bietet sich insbesondere für Busse an, die täglich längere Strecken fahren und unterwegs kaum die Möglichkeit haben, zu laden. Mit dem Testbetrieb können wir eindrucksvoll zeigen, dass die Brennstoffzellentechnik von Bosch bereit für den anspruchsvollen Serieneinsatz im Personenverkehr ist“, erklärt Thomas Pauer, Mitglied des Sektorvorstands Bosch Mobility und Vorsitzender des Bosch-Bereichsvorstands Power Solutions.

Reichweiten von über 1.000 km möglich

Daher erprobt die spanische Busgesellschaft Alsa derzeit ein Irizar-Fahrzeug mit Brennstoffzellen-Antriebssystem von Bosch in Madrid. Das Fahrzeug wird insbesondere auf Strecken fahren, auf denen es mit seiner hohen Reichweite seine Vorteile voll ausspielen soll.

In den vergangenen Wochen hat das Testfahrzeug bereits verschiedene Erprobungen sowie die nötige Homologation durchlaufen. Nun soll der alltägliche Realbetrieb die Robustheit und die Stärken des Brennstoffzellenantriebs bestätigen. Im Testbus kommt das Brennstoffzellensystem FCPM C190 von Bosch zum Einsatz. Das System basiert auf einem horizontalen Doppel-Stack und bietet eine Dauerleistung von 190 kW. Mit dem verfügbaren H2-Tankvolumen sind Reichweiten von über 1.000 km möglich, bei Tankzeiten von nur zehn bis 15 Minuten. Damit kann der Bus auch im Überlandverkehr eingesetzt werden. Neben dem FCPM C190 bieten die Stuttgarter mit dem FCPM C300 auch ein System für schwere Reisebusse und Lkw an. Ergänzt wird das Portfolio durch das FCPM C100, das mit 100 kW Dauerleistung und einer flachen Bauform die richtige Lösung für städtische Busse ist. (se)

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