Wie die Audi Qualitätssicherung arbeitet

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Qualitätssicherung an fünf Stationen

Schon an der ersten Station wird’s tierisch. Am Meisterbock zeigt sich, dass sich das männliche Pendant zur Ziege, genau wie das zu prüfende Fortbewegungsmittel, im Wandel befindet. Denn wo früher das traditionelle Instrumentarium um das Lochprofil gesetzt war, wird der Prozess heute um digitale Elemente bereichert. Und das ist ein entscheidender Vorteil.

Denn die Arbeit am digitalen Meisterbock beginnt bereits 33 Monate vor Produktionsstart, die am klassischen Meisterbock konnte ihre Qualitätsarbeit erst rund neun Monate davor beginnen.Der Außenmeisterbock passt die Außenteile vor Produktionsstart mit einer Messgenauigkeit von 0,1 Millimeter teilweise virtuell aufeinander an. Während sich der Innenmeisterbock durch die Elektrifizierung des Innenraums mit ganz neuen Aufgaben konfrontiert sieht.

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Ging es früher um die Abstimmung analoger Knöpfchen, gilt es heute die Nivellierung des Virtual Cockpits oder des neuen Touchpad-Bediensystems anzupassen. Spaltmasse, Materialmix und Haptik bleiben weiterhin wichtige Themen. Die Zukunftsvision ist übrigens ein virtueller Meisterbock, der eine Art voll-digitale Simulation erzeugt.

Innovation durch leistungsstarke Halbleitertechnologien

Nächste Abteilung: das Halbleiterlabor. Mehr als 80 Prozent aller Innovationen beruhen inzwischen auf Halbleitern. Rund 8.000 aktive Halbleiterbauelemente und 100 untereinander vernetzte Steuergeräte machen Funktionen wie das automatisiertes Fahren, die Vernetzung der Autos untereinander und den elektrifizierten Antriebsstrang erst möglich.

Und daran erkennt man, wie sich dieser Bereich von einst innovativen Park-Piepsern, Verkehrsfunk und Xenon-Licht in Windeseile hin zu modernsten OLED-Leuchten, Live-Verkehrsdaten, teilautonomen Fahrzeugassistenzsystemen und Smartphone-Konnektivität verändert hat. Während die Lebensdauer von Smartphones grade mal zwei Jahre beträgt, muss die Technik im Auto mindestens 15 Jahre in einem Temperaturbereich von -40 bis +125 Grad halten.

Genau für diese Haltbarkeit ist die Audi Werkstofftechnik mitverantwortlich. Mit Mikroskopen, riesigen Computertomographen und Ionen-Kanonen werden per Touchpad-System Oberflächen wie Metall, Glas, Keramik, Kunststoff und Leder auf deren dauerhafte Haltbarkeit geprüft.

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