Mobilität in Städten Wie autofreie Innenstädte aussehen könnten

Autor Svenja Gelowicz

Städte und Straßen sperren Privat-Pkws aus oder entziehen ihnen zumindest Raum. Ein deutsches Designbüro geht einen Schritt weiter und zeigt, wie Flächen in Berlin und New York gänzlich neu genutzt werden könnten.

Die Designer streichen Bürgersteige und Straßen und ersetzen sie durch „organische, urbane Landschaften“. So könnte der berühmte Times Square in New York schließlich aussehen.
Die Designer streichen Bürgersteige und Straßen und ersetzen sie durch „organische, urbane Landschaften“. So könnte der berühmte Times Square in New York schließlich aussehen.
(Bild: 3deluxe)

Noch bis mindestens Ende Oktober sperrt Berlin einen Abschnitt der Einkaufsmeile Friedrichstraße für Autos ab. Mehr Lebensqualität soll das Passanten und Anwohnern bieten dank besserer Luft, mehr Platz und Grünflächen. Dafür haben die Stadtplaner den Straßenraum neu aufgeteilt und breite Spuren für Fahrradfahrer oder Fußgänger geschaffen. Pflanzenkübel trennen die Verkehrswege von Sitzgelegenheiten ab.

Initiativen für weniger Verkehr in Innenstädten gibt es viele, ob hierzulande oder weltweit. Ein deutsches Designbüro geht nun einen Schritt weiter und zeigt an den Beispielen der Berliner Friedrichstraße und des berühmten Times Square in New York, wie der neu gewonnene Platz umgestaltet werden könnte.

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Von organischen, urbanen Landschaften und sanfter Mobilität

Das Designbüro sieht die autofreien Straßen dabei viel mehr als Fläche, die nun gänzlich neu genutzt werden kann. „Nachdem offensichtlich ist, dass das Auto aus dem Stadtbild nach und nach verschwinden wird, ist es an der Zeit darüber nachzudenken, wie die Neugestaltung der Straßenfläche in Zukunft gedacht werden muss“, sagt Dieter Brell, Creative Director beim Designbüro 3deluxe.

Dafür streichen die Kreativen Bürgersteige und Straßen und ersetzen sie durch „organische, urbane Landschaften, die der modernen Mobilität und dem Fußgänger neue, ineinander verwobene Räume bietet“, heißt es in einer Mitteilung. Sogenannte „dynamische Fortbewegungszonen“ sollen „sanfte Mobilität“ möglich machen, damit meinen die Designer Fahrradfahrer, Scooter, Skater, Spaziergänger oder Jogger. Auch elektrische Shuttle für den Personen- und Warentransport finden Platz.

Überall dazwischen platziert 3deluxe Inseln und Zonen. Dort könnten Spielplätze, Wasserspiele, das sogenannte „Urban Gardening“ oder Pop-up-Bühnen für Kultur entstehen. Außerdem schaffen sie in ihren Studien mehr Möglichkeiten zum Sitzen und Entspannen. Auch Biergärten oder Cafés sollen Raum erhalten.

Den Designern ist dabei wichtig, dass es dabei nicht um „das Ausspielen eines Verkehrsmittels gegen das andere“ gehe, also zum Beispiel Radfahrer gegen Autos. Vielmehr veränderten sich Angebote und Gewohnheiten. Darauf müssten Stadtplaner mit neuen Konzepten reagieren.

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