Die neue Concorde Von London nach New York in 2 Stunden

Von Dipl.-Ing. (FH) Michael Richter 2 min Lesedauer

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Überschallflugzeuge im Personenverkehr sind selten. Das wohl bekannteste war die Concorde. In 18.000 Metern Höhe reiste man mit Schallgeschwindigkeit um die Welt. Nach einem tragischen Unglück verschwand sie vom Markt. Jetzt soll es mit Mach zwei wieder in die Lüfte gehen.

Die Concorde: Damals eine Revolution. Die neue Generation soll sogar Mach zwei erreichen.(Bild:  Eduard Marmet / CC BY-SA )
Die Concorde: Damals eine Revolution. Die neue Generation soll sogar Mach zwei erreichen.
(Bild: Eduard Marmet / CC BY-SA )

Mehr als drei Jahrzehnte stand die Concorde sinnbildlich für eine vergangene Ära. Technisch seiner Zeit voraus, aber ökologisch und wirtschaftlich aus der Zeit gefallen. Nun kündigt sich ein Comeback an, das die Grenzen des Machbaren neu auslotet. Fly-Concorde arbeitet an einem Flugzeug, das nicht nostalgisch zurückblickt, sondern die nächste Generation der Überschall-Luftfahrt definiert.

Die geplante Maschine ist keine modernisierte Kopie des Originals. Die Entwickler setzen auf einen komplett neu konstruierten Rumpf aus ultraleichten Verbundwerkstoffen. Diese Materialien verbinden hohe Festigkeit mit minimalem Gewicht. Auch die Triebwerke wurden neu gedacht. Sie sollen mit nachhaltigem Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel, SAF) betrieben werden und damit deutlich weniger Emissionen verursachen.

Fliegen über den Wolken

Geplant ist eine Reiseflughöhe in rund 18.000 Metern Höhe (genau wie beim Original). Dort oben herrscht extrem dünne Luft, die den Luftwiderstand spürbar reduziert. Das Ergebnis: geringerer Treibstoffverbrauch, stabilere Fluglage und deutlich weniger Turbulenzen.

Eines der größten Probleme der früheren Concorde war der Lärm. Sowohl beim Start als auch beim unvermeidlichen Überschallknall. Eine verbesserte Konstruktion soll diese Geräusche reduzieren. Und auch die Nase ist neu. Sie ist optimiert für einen geringen Luftwiderstand und bessere Sicht im Landeanflug.

Weiterentwickelte Deltaflügel erzeugen weniger Verwirbelungen und verbessern die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten. Ein optimierter Rumpfverlauf dämpft Druckwellen und senkt damit den Lärm über Land. Sollten diese Versprechen eingelöst werden, könnte das neue Modell erstmals wieder reguläre Überschallstrecken über bewohntem Gebiet ermöglichen.

Zwei Stunden über den Atlantik

Die Aussicht ist spektakulär: London – New York in etwas mehr als zwei Stunden. Rom – Singapur in unter vier Stunden. Damit würde die Reisezeit auf ein Drittel schrumpfen. Geschäftsreisen, medizinische Transporte oder Premium-Langstrecken würden neu definiert werden.

Mit Boom Supersonic und Hermeus arbeiten weitere Unternehmen am Comeback des Hochgeschwindigkeitsfluges. Doch die Concorde trägt einen Mythos, den kein anderes Flugzeug besitzt. Sie steht für Eleganz, Präzision und technische Kühnheit. Fly-Concorde versucht, genau diesen Geist mit moderner Ingenieurskunst zu verbinden.

Wenn die Zeitpläne halten und die technischen Versprechen erfüllt werden, könnte es 2026 in die Lüfte gehen. Die neue Concorde wäre nicht nur ein Symbol für Fortschritt, sondern ein realer Beweis dafür, dass Geschwindigkeit und Nachhaltigkeit kein Widerspruch sein müssen. (mr)

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