Carsharing VW-Tochter Weshare startet in Hamburg – und soll raus aus den roten Zahlen

Autor: Christoph Seyerlein

Mit Verspätung leitet Volkswagens Carsharing-Tochter seine Expansion ein. Jetzt folgt zumindest Hamburg als zweiter Standort neben Berlin. Damit steigt aber auch der Druck auf Weshare.

Firmen zum Thema

Kommenden Donnerstag nimmt Weshare den Betrieb in Hamburg auf.
Kommenden Donnerstag nimmt Weshare den Betrieb in Hamburg auf.
(Bild: Weshare)

Volkswagens Elektro-Carsharing-Marke Weshare geht an einem zweiten Standort neben Berlin an den Start. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, wird der Dienst ab dem 25. Februar auch in Hamburg verfügbar sein. Zum Start stellt VW eine Flotte von 400 ID3-Modellen bereit. Ab April sollen es dann 800 sein.

In und um Hamburg wird Weshare auf einer Fläche von etwa 100 Quadratkilometern verfügbar sein. Das Gebiet erstreckt sich im Westen bis Osdorf, im Osten bis Billstedt, im Norden bis Fuhlsbüttel und im Süden bis zur Elbe. Das Unternehmen rechnet damit, so knapp die Hälfte der Hamburger Bevölkerung erreichen zu können. Als Zielmarke hat sich der Anbieter in der Hansestadt bis Jahresende 50.000 Nutzer gesetzt.

In Berlin, wo Weshare im Sommer 2019 gestartet war, zählt das Unternehmen derzeit rund 100.000 Nutzer. Bis Jahresende sollen es dort mindestens 150.000 sein. Aktuell sind dort vor allem noch E-Golfs unterwegs. Nach und nach will man jene 1.500 Fahrzeuge nun aber durch den ID 3 ersetzen.

Wer sich in Hamburg vorab bei Weshare registriert, erhält das Premiumpaket einen Monat lang kostenlos. Dieses garantiert bei der Nutzung reduzierte Minuten- und Tagespreise. Standardmäßig verlangt Weshare eine Gebühr von 29 Cent pro Minute. Pro Fahrt fällt zudem ein Grundpreis von einem Euro an. Das Premiumpaket für 9,90 Euro im Monat senkt die Minuntengebühr auf 19 Cent. Zudem sind mit 150 Kilometern längere Strecken inkludiert als im Basispaket (100 Kilometer). Auch Tagespässe sind dort mit 48 Euro günstiger (Basis: 58 Euro).

Ewig will VW nicht mehr draufzahlen

Geld verdient VW mit dem Carsharing-Angebot bislang nicht, wie Markenchef Ralf Brandstätter am Donnerstag einräumte. Ewig draufzahlen ist aber keine Option. Von Weshare-CEO Philipp Reth fordert er nun einen schnellen break-even.

Ursprünglich war die Expansion bei Weshare schon viel früher auf dem Plan gestanden. Neben Hamburg hatte das Unternehmen auch Starts in München, Budapest, Prag, Madrid, Mailand und Paris angepeilt. Wegen der Corona-Krise verzögerte sich das Vorhaben aber. „Umso mehr freuen wir uns, dass es nun endlich los geht“, erklärte Reth. Wie es um die Pläne in den anderen Städten steht, ist allerdings unklar.

Beim Laden der Fahrzeuge arbeitet Weshare in Hamburg mit Moia, ebenfalls VW-Tochter, und der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) zusammen. Von Moia nutzt der Carsharing-Anbieter zunächst einen Betriebshof für das Nachladen, perspektivisch sollen weitere dazukommen. Die Abmachung mit der Schwarz-Gruppe beläuft sich vorerst auf Lademöglichkeiten an fünf Lidl-Filialen.

Volkswagen wiederum sieht in Weshare neben dem klassischen Use case auch einen Hebel, seine Elektroautos näher an Kunden zu bringen. Brandstätter erklärte, über Carsharing lasse sich „spontan und unkompliziert der Spaß an der Elektromobilität erleben, ohne gleich ein Auto zu besitzen“.

(ID:47149578)

Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«