Volvo Ride Pilot Volvo will autonomes Fahren in den USA starten

Quelle: sp-x/ls

Der elektrische Nachfolger des Volvo XC90 soll unter bestimmten Voraussetzungen autonom fahren können. Dafür entwickelt Volvo eine eigene Software und Sensortechnik. Noch in diesem Jahr soll das System erstmals in Kalifornien im Einsatz sein.

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Die neue Technik von Volvo besteht unter anderem aus Sensoren, die dem Fahrer Gefahren und Hindernisse anzeigen.
Die neue Technik von Volvo besteht unter anderem aus Sensoren, die dem Fahrer Gefahren und Hindernisse anzeigen.
(Bild: Volvo)

Volvo startet mit dem hochautomatisierten Fahren in Serie. Zunächst allerdings nur in Kalifornien, wo das „Drive Pilot“ genannte Assistenzsystem im Laufe des Jahres für Nutzer des kommenden Elektro-Flaggschiffs der Marke zur Verfügung stehen dürfte. Andere Märkte sollen folgen.

Autonomes Fahren auf Level 3

Die Technik ermöglicht das Fahren auf Autonomie-Level 3. Das heißt, der Mensch kann auf geeigneten Autobahnabschnitten die Hände dauerhaft vom Lenkrad lassen und die Augen komplett vom Verkehr abwenden. Für Notfälle muss er jedoch jederzeit eingriffsbereit bleiben. Die Funktionsweise ist zudem auf einen bestimmten Geschwindigkeitsbereich beschränkt, den Volvo noch nicht näher benennt.

Volvo arbeitet zusammen mit den Unternehmen Zenseact und Luminar an Sensortechnik und Software inklusive drahtloser Over-the-Air-Updates. Die Sensorik besteht laut Hersteller aus mehr als zwei Dutzend Sensoren, die mit der Software zusammen arbeiten. Unter den Sensoren ist unter anderem ein Iris-Lidar-Sensor von Luminar.

Im kommenden vollelektrischen SUV von Volvo sollen zusätzlich zu diesem Sensor fünf Radare, acht Kameras und 16 Ultraschallsensoren hinzukommen. So ermöglicht das System dem Fahrer unter anderem die Wahrnehmung von Gefahren und Hindernissen. Volvo möchte die Technik serienmäßig in sein neues SUV einsetzen.

Drive Pilot durch Abo freischalten

Zur Zielgruppe zählen unter anderem Geschäftsleute, die auf der morgendlichen Fahrt durch den Stop-and-Go-Verkehr bereits Arbeit erledigen wollen. Diese könnten den Drive Pilot künftig im Rahmen einer Art Abomodell gegen Gebühr zeitweise oder dauerhaft freischalten. Zu den Kosten macht der Hersteller noch keine Angaben. Als Sensoren nutzt Volvo neben Radar und Kamera auch einen Laserscanner, eine Technik, die aktuell noch als relativ kostspielig gilt. Die Hardware ist bei jedem gebauten Fahrzeug serienmäßig an Bord, aber nicht aktiv.

Bislang steht die Genehmigung der kalifornischen Straßenverkehrsbehörde DMV jedoch noch aus, wie Martin Kristensson einräumt, der bei Volvo die Entwicklung des autonomen Fahrens leitet. Der Autohersteller sei aber in engem Kontakt, sodass die Freischaltung der Technik zeitnah erfolgen könne. Zum Startzeitpunkt in Europa macht er keine Angaben. Zunächst einmal steht aber die Premiere des XC90-Nachfolges an, der als erstes Modell der Marke mit dem Drive Pilot ausgerüstet wird. Eine Nachrüstung bei anderen Volvo-Pkw ist nicht möglich.

Im Moment befindet sich der Ride Pilot noch in der Testphase in Schweden. Sofern die Genehmigung vorliegt, sollen die Tests bis Mitte des Jahres auch auf kalifornischen Straßen starten. Volvo sammelt außerdem gerade Daten in Europa und den USA.

Level-3-Technik in Deutschland

Mit der Einführung des hochautomatisierten Fahrens zählt Volvo zu den Vorreitern der Technik. In Deutschland will Mercedes in Kürze Level-3-Autonomie anbieten, Audi hat die nötige Technologie beim A8 bereits seit 2017 an Bord, darf sie bislang unter anderem aus rechtlichen Gründen nicht frei schalten.

Weitere Premiumhersteller dürften in den kommenden Monaten ebenfalls Fortschritte bei der Level-3-Technik verkünden. Parallel arbeitet die Branche am vollautomatisierten Fahren auf Autonomie-Level 4; die Technik ist allerdings weniger für den Privatkundenmarkt als für den Einsatz in Robotaxis von Mobilitätsdienstleistern gedacht. Auch Volvo entwickelt diese Technik, unter anderem im Rahmen einer Kooperation mit Google-Schwester Waymo.

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