Elektromobilität Volkswagen will die Zahl seiner Schnellladesäulen in Europa verfünffachen

Autor Christoph Seyerlein

Am Montag hieß es bei Volkswagen erstmals „Power Day“. Rund zwei Stunden drehte sich bei der Digital-Veranstaltung alles um die Elektro-Strategie des Konzerns. Was die Wolfsburger im Detail vorhaben.

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Volkswagen will sein Ladenetz spürbar ausbauen.
Volkswagen will sein Ladenetz spürbar ausbauen.
(Bild: Volkswagen)

Mit Spannung war Volkswagens erster „Power Day“ am Montag erwartet worden. Und die Wolfsburger hatten rund um ihre Elektro-Offensive einige neue Details vorbereitet. Eine zentrale Rolle soll beispielsweise der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur spielen.

Im Verbund mit Partnern, will Volkswagen in Europa bis 2025 etwa 18.000 öffentliche Ladepunkte betreiben. Dem Hersteller zufolge entspricht das einem Drittel des prognostizierten Gesamtbedarfs für den Kontinent und einer Verfünffachung des aktuellen Schnellladenetzes.

Aktiv ist VW bereits mit Ionity, nun folgen weitere Kooperationen: Mit BP wollen die Wolfsburger europaweit etwa 8.000 Schnellladepunkte aufbauen. Diese werden an rund 4.000 Tankstellen von BP und Aral angesiedelt sein, vor allem in Deutschland und Großbritannien.

In Spanien wird Volkswagen mit Iberdrola kooperieren und in Italien mit Enel. Alles in allem nimmt VW dafür rund 400 Millionen Euro in die Hand. Und auch in China und den USA will der Konzern die öffentliche Ladeinfrastruktur vorantreiben.

Auch ansonsten hatte der Autobauer manche News im Gepäck: So will er in Europa gemeinsam mit Partnern wie beispielsweise Northvolt insgesamt sechs Batteriefabriken mit einer Gesamtkapazität von 240 Gigawattstunden hochziehen. Die ersten beiden entstehen aktuell im schwedischen Skelleftea und am VW-Standort Salzgitter.

Auf dem Weg zur Feststoff-Batterie

Außerdem hofft VW auf weitere Fortschritte bei der Batterietechnik. 2023 will der Hersteller eine Einheitszelle einführen, die 2030 in 80 Prozent aller Volkswagen-E-Modelle zum Einsatz kommen soll. Dadurch sollen die Preise für Batterien im Einstiegssegment um bis zu 50 Prozent sinken.

Außerdem hält es Volkswagen für realistisch, Mitte des Jahrzehnts Feststoff-Batterien einzusetzen. Diese sollen beispielsweise deutlich kürzere Ladezeiten als die derzeit gängigen Lithium-Ionen-Akkus ermöglichen. Dabei arbeiten die Wolfsburger mit Quantum Scape zusammen.

Die E-Mobilität hat das Rennen gemacht. Und wir sind diejenigen, die jetzt die Früchte ernten.

Herbert Diess

Volkswagen-Chef Herbert Diess erklärte zu Beginn des Power Day: „Die Elektromobilität ist die wichtigste Säule der Zukunftsstrategie des Volkswagen-Konzerns.“ Viele hätten das Unternehmen für seinen vergleichsweise radikalen Ansatz in den letzten Jahren belächelt. Aber, so Diess: „Die E-Mobilität hat das Rennen gemacht. Und wir sind diejenigen, die jetzt die Früchte ernten.“

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