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Volkswagen: „Nur als digitaler Mobilitätskonzern können wir den Menschen gerecht werden“

Autor: Christoph Seyerlein

73 Milliarden Euro steckt Volkswagen in den kommenden fünf Jahren in Elektromobilität, Hybridisierung und Digitalisierung. In einem Bereich will Konzernchef Herbert Diess das Tempo besonders erhöhen.

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Volkswagen-Chef Herbert Diess will im Konzern einen höheren Stellenwert auf die Software legen.
Volkswagen-Chef Herbert Diess will im Konzern einen höheren Stellenwert auf die Software legen.
(Bild: Volkswagen)

73 Milliarden Euro. Diese kaum greifbare Summe will der Volkswagen-Konzern in den kommenden fünf Jahren in drei Betätigungsfelder pumpen: Elektromobilität, Hybridisierung und Digitalisierung. Folgendermaßen teilen die Wolfsburger das Geld auf: 35 Milliarden Euro gibt es für E-Autos, 11 Milliarden für Hybride und 27 Milliarden für die Digitalisierung.

Gerade bei letzterer erhöht Konzernchef Herbert Diess den Druck intern aktuell massiv. Software-Probleme wie zuletzt bei den Markteinführungen des VW ID 3 und des Golf 8 soll es in Zukunft nicht mehr geben. „In den nächsten Jahren wird es darauf ankommen, auch bei der Software im Fahrzeug eine Spitzenposition einzunehmen. Nur als digitaler Mobilitätskonzern können wir den Bedürfnissen der Menschen nach individueller, nachhaltiger und vollvernetzter Mobilität in Zukunft gerecht werden“, erklärte Diess am Freitag.

In den nächsten Jahren wird es darauf ankommen, auch bei der Software im Fahrzeug eine Spitzenposition einzunehmen.

Herbert Diess

Den Schlüssel dazu sieht der Autobauer in seiner erst in diesem Jahr gestarteten Car.Software-Organisation. Sie soll ein eigenes Betriebssystem für Konzernautos entwickeln. Erstmals zum Einsatz wird das voraussichtlich im Rahmen des Audi-Projektes Artemis im Jahr 2024 kommen. Den Eigenanteil bei der Software will Volkswagen von heute 10 auf perspektivisch 60 Prozent steigern. Darüber hinaus investiert der Autobauer auch in Themen wie Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren sowie die Digitalisierung der eigenen Prozesse.

Tesla als Benchmark

Zuletzt hatte Diess bereits erklärt, Tesla im Digitalbereich als Benchmark zu sehen. Anders als Volkswagen operieren die Kalifornier beispielsweise schon seit Jahren mit Over-the-air-Updates, um ihre Bestandsfahrzeuge mit neuen Funktionen auszustatten. VW will das erstmals im kommenden Jahr bei seinen Modellen ID 3 und ID 4 versuchen. 2022 sollen dann auch Audi- und Porsche-Fahrzeuge folgen. „2023 oder 2024 wollen wir dann dabei so gut sein wie Tesla“, sagte Diess vergangene Woche.

Dass es beim Golf und beim ID 3 immer wieder zu Software-Problemen gekommen ist, hat den Konzernchef nach eigener Aussage nicht überrascht. „Der Schritt von kleinen zu großen Rechnern im Auto ist enorm. Dass das ein Kraftakt ist, wussten wir.“ Inzwischen sieht Diess sein Unternehmen aber „gut unterwegs. Wir bauen auch Software-Ressourcen auf und haben zuletzt 400 Experten eingestellt. Wir können uns über Talent nicht beklagen.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«