Autonomes Fahren Volkswagen nimmt Roboshuttle-Testfahrten in München und Freising auf

Autor: Christoph Seyerlein

Ein normaler VW fällt im Straßenbild kaum auf. Die fünf Prototypen des ID Buzz AD, die Volkswagen Nutzfahrzeuge, Argo AI und Moia nun in München zu Testzwecken auf die Straßen schicken, werden aber sicher Blicke auf sich ziehen. Welche Pläne das Trio dabei verfolgt.

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Solche Testfahrzeuge von Volkswagen, Argo AI und Moia sind nun in München und Freising unterwegs.
Solche Testfahrzeuge von Volkswagen, Argo AI und Moia sind nun in München und Freising unterwegs.
(Bild: Volkswagen Nutzfahrzeuge)

Angekündigt war es schon länger, nun ist auch tatsächlich der Startschuss gefallen: In München und Freising können Verkehrsteilnehmern auf den Straßen seit Montag (20. September) Roboshuttle-Testfahrzeuge von Volkswagen Nutzfahrzeuge, Argo AI und Moia begegnen. Das gab der Automobilhersteller via Linkedin bekannt.

Insgesamt wollen die Partner vorerst fünf Modelle des ID Buzz AD unter Realbedingungen erproben. Die Prototypen sind mit dem Self-Driving-System von Argo AI ausgestattet, das autonomes Fahren nach Level 4 ermöglichen soll. Dafür setzen die Amerikaner auf 14 Kameras, 11 Radar- sowie 6 Lidar-Sensoren. Ein von Argo patentierter Geiger-Modus soll selbst kleinste Partikel erkennen können.

Menschliche Fahrer machen Angebot unrentabel

2025 will Volkswagen seinen ersten Ridehailing-Dienst mit Roboshuttles dann in Serie bringen – und zwar bei Moia in Hamburg. Menschliche Fahrer sind für die VW-Tochter einer der größten Faktoren, warum das Angebot bislang nicht rentabel ist. Umso größere Hoffnungen legen alle Beteiligten in das autonome Fahren.

Moia-CEO Robert Henrich kündigte an: „Wir bringen unsere Expertise in die Kooperation mit Argo AI und VWN ein und werden neben unserem regulären Service einen autonomen Mobilitätsdienst entwickeln.“

Städte auf der ganzen Welt seien bestrebt, ihren Verkehr effizienter und klimafreundlicher gestalten. „Autonomes Ridepooling kann die städtische Mobilität verbessern, die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen und damit die Städte zu noch lebenswerteren Orten machen“, so Henrich weiter.

Der Wettbewerb zieht an

Rund um das autonome Fahren war zuletzt ein regelrechtes Wettrüsten entstanden. Beispielsweise hatte Sixt zuletzt angekündigt, bereits 2022 mit Hilfe von Mobileye in München einen kommerziellen Ridehailing-Dienst mit Nio-ES8-Modellen ohne Sicherheitsfahrer starten zu wollen.

Auch in den USA tut sich viel: Beispielsweise sollen Ride-Hailing-Kunden von Lyft in Miami noch im Laufe des Jahres auf autonome Fahrzeuge zugreifen können. Der Anbieter arbeitet dabei mit Ford und Argo AI zusammen. Beim Wettbewerber Waymo kann man sich seit August darum bewerben, sich als „Trusted Tester“ im autonomen Jaguar I-Pace durch San Francisco befördern zu lassen.

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 Christoph Seyerlein

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Fachredakteur Next Mobility