Mikromobilität Voi will bis 2030 eine Milliarde Auto-Fahrten in Europa ersetzen

Das finanzielle Wettrüsten in der Mikromobilitätsbranche geht weiter. Zum Jahresende hat nun auch Voi noch einmal eine große Summe eingesammelt. Welche ambitionierten Ziele sich die Schweden für die nähere Zukunft gesteckt haben.

In der jüngsten Finanzierungsrunde hat Voi 115 Millionen US-Dollar eingesammelt.
In der jüngsten Finanzierungsrunde hat Voi 115 Millionen US-Dollar eingesammelt.
(Bild: Voi)

In den Mikromobilitäts-Sektor fließt weiter jede Menge Geld. Kurz vor Jahresende hat Voi nun vermeldet, in einer Series-D-Finanzierungsrunde 115 Millionen US-Dollar eingesammelt zu haben. Zu den Investoren zählten sowohl neue als auch bestehende Geldgeber. Angeführt wurde die aktuelle Runde von der Raine Group und VNV Global.

Insgesamt hat Voi damit im laufenden Jahr sogar 160 Millionen US-Dollar eingesammelt. Seit der Gründung sind es bereits 430 Millionen. Kapital, dass die Schweden gut gebrauchen können. Schließlich sind auch einige Wettbewerber immer stärker finanziert. Beispielsweise sammelte Tier im Herbst 200 Millionen weitere US-Dollar ein und agiert nun auch als Käufer anderer Marktteilnehmer. Lime erhielt im November gar eine Finanzspritze von mehr als einer halben Milliarde Dollar und plant im kommenden Jahr einen Börsengang. Einen solchen Schritt hat mit Bird ein weiterer Konkurrent bereits vollzogen.

Das hat Voi mit dem Geld vor

Voi will das eingesammelte Geld nutzen, um weiter zu expandieren. Aktuell sind die Schweden in etwa 70 Städten in elf Ländern aktiv. Nach eigenen Angaben konnte das Unternehmen seine Umsätze im laufenden Jahr im Vergleich zu 2020 um 140 Prozent auf über 100 Millionen Dollar steigern.

Seit dem Marktstart 2018 hat Voi mehr als 90 Millionen Fahrten mit den eigenen E-Scootern registriert. In Deutschland ist das Geschäft des Anbieters nach eigener Aussage in fast allen der 16 Städte, in denen er aktiv ist, rentabel. Die Geschäfte hierzulande sind für ein Drittel des Gesamtumsatzes verantwortlich. Die Bundesrepublik ist der wichtigste Markt für das Unternehmen. Aber auch firmenweit soll der operative Betrieb seit Sommer 2020 schwarze Zahlen schreiben.

Bekannt ist Voi bislang vor allem für den Verleih von Elektro-Tretrollern. Künftig wollen die Schweden auch stärker auf E-Bikes setzen. Das Ziel: Bis 2030 will der Anbieter eine Milliarde Auto-Fahrten in Europa ersetzen. Zuletzt hatte Voi Umfrageergebnisse veröffentlicht, wonach vor allem in Großbritannien schon jetzt viele Nutzer dank der E-Scooter manches Mal auf ein Auto verzichteten. Im deutschsprachigen Raum ist das laut der Umfrage bislang noch deutlich seltener der Fall.

Zudem kündigte das Unternehmen für 2022 ein neues E-Scooter-Modell an. Im Frühling wird der Voiager 5 auf den Markt kommen. Er soll nicht weniger als der bisher sicherste E-Roller im Wettbewerb sein.

Nicht nur in ihrer Verleih-Flotte wollen die Schweden voll auf Elektro-Fahrzeuge bauen. Auch die Transporter will Voi bis Anfang 2023 komplett auf E-Fahrzeuge umstellen. Zudem sollen bis 2023 nur noch Batteriezellen aus Europa in seinen Rollern und E-Bikes einsetzen. Das soll die CO2-Bilanz um 50 Prozent verbessern.

Voi-Co-Gründer und CEO Fredrik Hjelm erklärte am Dienstag: „Es besteht kein Zweifel daran, dass Mikromobilität gekommen ist, um zu bleiben. Voi will dabei die führende Plattform in Europa für Städte sein, die ihren Einwohnern und Besuchern intelligente Fortbewegung ermöglichen wollen.“

(ID:47905096)