Advanced Air Mobility Tragschrauber-Startup Fraundorfer Aeronautics will 2021 abheben

Autor: Christoph Seyerlein

Das Prinzip eines Tragschraubers ist nicht neu. Christoph Fraundorfer tüftelt aber schon seit Jahren daran, die Limits der Technologie neu zu definieren. Nun soll der Serienstart seines Fluggeräts Tensor kurz bevorstehen.

2021 soll das Fluggerät Tensor in Serie gehen.
2021 soll das Fluggerät Tensor in Serie gehen.
(Bild: Fraundorfer Aeronautics)

Die erste große Hürde hatte Christoph Fraundorfer bereits Anfang des Jahres genommen: Im Januar 2020 erhielt er für seinen Tragschrauber Tensor 600X die Verkehrserlaubnis. Seitdem hat der Flugversuchsingenieur der Zeitung „Donaukurier“ rund 40 Starts und Landungen am Flugplatz Donauwörth-Genderkingen absolviert.

Um die Tensor tatsächlich in Serie zu bringen, arbeitet das Startup Fraundorfer Aeronautics nun enger mit dem Ingenieursdienstleister Uedelhoven Studios aus Gaimersheim zusammen. Der ist eigentlich auf Showcars für Automobilunternehmen spezialisiert. Doch da sowohl Auto- als auch Messebranche kriseln, kommen Geschäftsführer Jürgen Uedelhoven und seinem Team neue Geschäftsfelder bestimmt gelegen.

Schon im kommenden Jahr soll die Tensor 600X durchstarten. Der zweisitzige Tragschrauber soll Strecken zwischen 50 und 600 Kilometern abdecken können. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Das erste Einsatzfeld sieht Fraundorfer in der Individualmobilität. Die Maschine könne man sozusagen wie einen Zweit- oder Drittwagen nutzen. Die Preise des Fluggeräts soll mit denen eines höherpreisigen Autos vergleichbar sein, heißt es im Donaukurier.

So funktioniert der Tragschrauber

Technisch nutzt Fraundorfer das Prinzip der Autorotation. Dabei wird die in der Luft enthaltene Energie zum Antrieb des Rotors genutzt. Zusätzlich erzeugt ein Flügel weiteren Auftrieb und erhöht dadurch die Leistungsfähigkeit und Stabilität. Das Luftfahrzeug soll etwa doppelt so effizient wie ein vergleichbarer Hubschrauber sein. Für Starts und Landungen sollen 50 Meter lange Bahnen ausreichen. Bereits bei einer Geschwindigkeit von weniger als 40 km/h soll die Tensor abheben. Als Antrieb kommen sowohl Verbrennungsmotoren, die Brennstoffzelle und Batterien infrage.

Perspektivisch will das Startup die Tensor aber auch für den Transport von Passagieren, Versorgungs- oder Logistikflüge anbieten. Bis 2023 soll die Tensor 800X marktreif sein, die dann für kommerzielle Zwecke vorgesehen ist.

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Entwicklungsredakteur