Wintereinbruch So reagiert die E-Scooter-Branche auf Kälte, Schnee und Glatteis

Autor: Christoph Seyerlein

Schneefall und eisige Temperaturen sorgen aktuell für schwierige Verhältnisse auf Straßen und Wegen. Keine guten Voraussetzungen für E-Scooter, sollte man meinen. Wir haben nachgefragt, was der strenge Winter-Februar für die Branche bedeutet.

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Voi wechselt in den Winter-Modus.
Voi wechselt in den Winter-Modus.
(Bild: Voi)

Weite Teile Deutschlands zittern aktuell bei teils hohen zweistelligen Minusgraden. Auf den Straßen bedeutet das häufig Glätte und nicht geräumte Wege. Voraussichtlich bis Ende Februar wird sich daran in einigen Teilen des Landes wohl wenig ändern. Für E-Scooter sind das alles andere als optimale Bedingungen. Doch wie reagieren Anbieter der Elektroroller eigentlich darauf?

Das Berliner Unternehmen Tier teilte auf Nachfrage am Donnerstag mit: „Aufgrund des Schnees und der aktuellen Glättewarnung haben wir uns dazu entschlossen, unseren Service in mehreren deutschen Städten (zum Beispiel in ganz NRW, Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen) vorübergehend zu pausieren und haben auch die Städte darüber entsprechend informiert.“ Nutzer könnten jederzeit in der Tier-App verfolgen, ob das gewohnte Angebot aktuell verfügbar sei.

Tier entscheidet derzeit nach eigenen Angaben tagesaktuell je nach Wetterlage, wo ein Betrieb möglich ist und wo nicht. Die Sicherheit der Kunden habe dabei höchste Priorität.

Ähnlich geht auch Voi vor. Der schwedische Anbieter ist nach eigenen Angaben in den „Winter-Modus“ gewechselt. Heißt: „Im Falle von Glatteis und starkem Schneefall werden betroffene Gebiete mit sofortiger Wirkung komplett deaktiviert“, wie das Unternehmen mitteilte. Alle Standorte würden täglich evaluiert, die Begebenheiten zudem durch Testfahrten überprüft. Durch die GPS-Steuerung der Roller könne man eine Betriebspause binnen weniger Minuten umsetzen. Auch bei Voi erhalten die Nutzer in solchen Fällen eine Information in der App.

Nässe ist für's Geschäft schlechter als Kälte

Wo es aktuell möglich ist, E-Scooter zu nutzen, empfiehlt Voi Kunden, Schal und Handschuhe zu tragen. „Im Ernstfall empfiehlt es sich außerdem, sicherheitshalber in der App den Anfängermodus zu aktivieren“, rät das Unternehmen. Dieser drosselt die Geschwindigkeit der Roller.

Negative Auswirkungen auf die E-Scooter selbst soll die Kälte übrigens kaum haben. Das verneinten sowohl Tier als auch Voi. Die Berliner erklärten: „Die Batterien sind gut geschützt, hochwertig verarbeitet und können Kälte bis zu minus 15 Grad ohne Funktionsverlust überstehen. Die E-Scooter müssen also nicht eingesammelt oder eingelagert werden.“ Auch Voi lässt seine Roller auf der Straße, egal, ob das entsprechende Gebiet deaktiviert ist oder nicht.

Und was bedeutet ein strenger Winter aus geschäftlicher Sicht für die Anbieter? Tier teilte dazu mit: „Wetter- und temperaturbedingt ist das E-Scooter-Geschäft saisonal und wir verzeichnen an kalten und regnerischen Wintertagen einen Rückgang bei den Nutzungszahlen. Wir stellen uns wie im letzten Jahr darauf ein, dass es im Winter weniger Nutzer gibt, aber eben immer noch so viele, dass wir den Betrieb regulär aufrechterhalten.“ Schlimmer als Kälte wirke sich Nässe auf die Nutzerzahlen aus. Voi erklärte, die Nachfrage sei trotz des kalten Wetters bislang „überraschenderweise weniger zurückgegangen“ als befürchtet.

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Entwicklungsredakteur