Zweiräder So hält der E-Bike-Akku möglichst lange

Quelle: dpa

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Akkus am E-Bike sind teuer und altern mit der Zeit. Damit sie möglichst lange durchhalten, ist der richtige Umgang gefragt. Auch die Reichweite lässt sich mit Tipps und Tricks positiv beeinflussen.

Mit ein paar Tricks kann man die Lebensdauer von E-Bike-Akkus verlängern.
Mit ein paar Tricks kann man die Lebensdauer von E-Bike-Akkus verlängern.
(Bild: www.pd-f.de /Kay Thatzik )

Kraftspender, Energieriegel, Power Bar oder Strombrikett – wie man ihn auch nennt: Der Akku ist das Herzstück des Pedelecs. Ohne dessen Saft läuft der Motor nicht. Er ist die zugleich teuerste Komponente am Elektrofahrrad. Schon allein deshalb behandelt man ihn besser gut, um die Speicherzellen lange fit zu halten.

Akkus oft integriert

Schick und E-Bike-Akku? Das ging lange Zeit nicht zusammen. Noch vor einigen Jahren wurde die Batterie des Pedelecs üblicherweise am Gepäckträger befestigt. Das ist eine optisch klobige Lösung, die heute nur noch selten zu finden ist. Gängig ist mittlerweile, Akkus schwerpunktgünstig im Rahmendreieck oder im Rahmen selbst unterzubringen. Sie sitzen auf dem Rahmenrohr auf oder sind im Rohr entweder teil- oder vollständig integriert.

Verschwindet der Akku komplett im Rahmen, ist er ideal vor Steinschlag, Schmutz und Nässe und auch vor Diebstahl geschützt, sagt Thomas Geisler vom Pressedienst-Fahrrad (pd-f). „Einige integrierte Lösungen haben den Nachteil, dass ein Aufladen meist nur am E-Bike selbst möglich ist.“ So muss oft das ganze Bike zur Steckdose befördert werden, weil der Akku nicht mehr zum alltäglichen Entnehmen gedacht ist.

Lithium-Ionen-Akkus heute Standard

In der Vergangenheit wurden auch Akkus auf Nickel-Basis ans E-Fahrrad geschraubt. Der Standard heute sind Lithium-Ionen-Akkus mit vergleichsweise hoher Energiedichte. Das heißt: Sie können mehr Energie bei relativ geringem Eigengewicht speichern.

„Im Vergleich zu anderen Akkutechnologien zeichnen sich Lithium-Ionen-Akkus durch eine lange Lebensdauer und eine geringe Selbstentladung aus“, sagt Tamara Winograd als Pressesprecherin bei Bosch E-Bike Systems. Die Sparte des Konzerns zählt neben Shimano, Yamaha, Panasonic, Mahle und Brose zu den bekanntesten Herstellern von E-Bike-Komponenten.

Kapazität und Reichweite

Die für den Alltag wichtigste Kennziffer misst sich in Wattstunden – abgekürzt Wh. In Wh angegeben wird der Energiegehalt im vollgeladenen Zustand, oft auch Kapazität genannt. Gängig am Markt sind Akkus mit Kapazitäten von 400 Wh bis 750 Wh.

Wie weit kommt man mit einer Akkuladung? Eine Frage, auf die „keine allgemeingültige Antwort gegeben werden kann“, sagt Winograd. Dies hinge von unterschiedlichen Parametern ab. Das Gewicht von Fahrer sowie des Gepäcks oder der Reifendruck beeinflussen den Stromverbrauch, aber auch der gewählte Unterstützungsmodus, häufiges Anfahren und der Motor und der Akku selbst.

Mit Doppel-Akku auch über 200 Kilometer Reichweite

„Auch Umweltfaktoren wie Temperatur, Windbedingungen, Untergrund und Terrain spielen eine Rolle“, sagt Winograd. Anstiege im groben Gelände sind energieaufwendiger als flache Abschnitte auf asphaltierter Straße. „So sind weniger als 20 bis zu deutlich über 100 Kilometer mit einer Akkuladung möglich.“ Wer einen Doppel-Akku an Bord hat, kann auch über 200 Kilometer weit kommen.

Ein schlechter Wartungszustand kann laut ADAC ebenfalls die Reichweite verringern. Zum Beispiel, wenn eine vernachlässigte Kette unnötige Reibungsverluste erzeugt. Wer im Netz unter „Reichweitenrechner“ und „E-Bike“ sucht, findet entsprechende Hilfsmittel, um individuelle Werte zu ermitteln. Einen entscheidenden Unterschied zu E-Autos gibt es: „Sollte der Akku bereits während der Fahrt komplett leer werden, können Sie das Pedelec immer noch mit Muskelkraft bewegen“, so der ADAC.

Laden und Lagern

E-Bike-Akkus werden an der Haushaltssteckdose geladen. Wie lange eine Komplettladung dauert, hängt von der Kapazität des Akkus und dem verwendeten Ladegerät ab. Demnach kann es zwischen zwei und sechs Stunden dauern, bis der Ladezustand bei 100 Prozent liegt. Der früher gefürchtete Memory-Effekt, bei dem häufige Teilentladungen auf Kosten der Kapazität gingen, tritt bei Lithium-Ionen-Akkus übrigens in der Regel nicht mehr auf, sagt Dekra-Fahrradexperte Jochen Hof. So kann man den Akku anstöpseln, so oft man möchte.

Ihn aber tagelang am Ladegerät zu lassen, ist allein aufgrund der grundsätzlichen Brand- und Explosionsgefahr nicht ratsam – auch wenn integrierte Batterie-Management-Systeme den Akku vor Überlastung beim Laden schützen sollen. Zum Laden sollten E-Biker nur das Original-Ladegerät nutzen, da ansonsten Gewährleistungs- und Garantieansprüche erlöschen und das Material Schaden nehmen kann.

Weil es vereinzelt immer wieder zu Akku-Bränden kommt, raten Experten dazu, den Ladevorgang im Auge zu behalten. Dekra empfiehlt, die Batterie auf einer Fläche mit Steinen oder Fliesen zu laden. Ideal ist ein wettergeschützter Ort außerhalb von Haus oder Wohnung.

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Hitze und Kälte mag der Akku nicht

Schutz ist auch im Hochsommer gefragt: Dekra-Experte Hof warnt trotz der hohen Sicherheitsstandards für E-Bike-Akkus vor zu großem Hitzeeinfluss – zum Beispiel, wenn das Bike bei Sommerhitze stundenlang vor dem Schwimmbad in der prallen Sonne steht. „Also besser im Schatten parken oder den Akku abnehmen“. Aber auch an nicht so heißen Tagen, selbst in Herbst und Winter kann direkte Sonneneinstrahlung Akkus aufheizen – und ist daher zu meiden.

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