Zweiräder

So hält der E-Bike-Akku möglichst lange

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Lilly Eckstein vom E-Bike-Komponenten-Hersteller Brose erklärt, was passieren kann: Extreme Hitze könne dazu führen, dass sich der Innenwiderstand des Akkus erhöht. Das bedeutet: An den Akkuzellen wird mehr Energie in Wärme umgewandelt. „Diese Energie fehlt dem Motor und hemmt die Leistung des E-Bikes“, so Eckstein.

Schutzhüllen für Sommer und Winter

Im Sommer kann man den Akku mit passenden Hüllen oder Abdeckungen mit reflektierenden Eigenschaften vor Hitze schützen. Denn am wohlsten fühlen sich Akkus demnach zwischen 5 und 25 Grad.

Ganz kalt ist aber auch nicht gut. Der Akku arbeitet im Winter laut Dekra effizienter, wenn er etwa mit einem Neoprenüberzug vor Kälte geschützt ist. Dann hält er die optimale Betriebstemperatur besser – wichtig, denn Minusgrade kosten Reichweitenkilometer.

Der ADAC rät: „Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sollten Sie den Akku während des Parkens abnehmen und in einem Raum mit Zimmertemperatur lagern, um Schäden zu vermeiden.“ Auch das Laden in der Kälte tut dem Akku nicht gut. Besser, man wartet, bis er auf Zimmertemperatur ist. Laut Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) dauert das etwa zehn Minuten. Das gilt auch für einen heißen Akku im Sommer.

Handhabung bei längerem Stillstand

Wird ein Pedelec-Akku über einen längeren Zeitraum nicht genutzt, wird er am besten bei Zimmertemperatur in trockener Umgebung gelagert und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt. Dekra-Experte Hof empfiehlt dabei einen Ladezustand von idealerweise 30 bis 60 Prozent, um den Speicher vor Verschleiß zu schützen. Der ADAC weist auf einen Schlafmodus hin, in den manche Akku-Modelle versetzt werden können. Dann sei es kein Problem, ihn bis zu 6 Monate einzulagern.

Pflege und Lebensdauer

Wie bei allen elektronischen Komponenten gilt auch beim Akku: Der Hochdruckreiniger und scharfe Reinigungsmittel sind tabu. Bosch-Sprecherin Winograd empfiehlt stattdessen, die Batterie von Zeit zu Zeit mit einem feuchten Lappen abzuwischen. Die Steckerpole an Akku und Bike entstaubt man am besten mit einem trockenen Tuch. Gelegentlich sollte man sie leicht fetten.

Zwischen 500 und 1.000 Ladezyklen versprechen die Hersteller von E-Bike-Akkus. Dabei entspricht ein Ladezyklus einer Vollladung auf die gesamte Kapazität und kann sich folglich in mehrere Teilladungen aufsplitten. Hersteller-Schätzungen zufolge entspricht das einer Nutzung von 3 bis 5 Jahren oder einer Gesamtstrecke von 25.000 bis 100.000 Kilometern.

Danach mit Einbußen nutzbar

„Das heißt aber nicht, dass der Akku anschließend defekt ist“, sagt Thomas Geisler. Er hat demnach dann immer noch eine Leistung von circa 70 Prozent im Vergleich zu neuen Modellen. Er baue allerdings schneller ab und muss öfter aufgeladen werden.

Ist der Akku defekt – Ursache kann ein Sturz sein oder langes Lagern in praller Sonne –, raten die Hersteller aus Sicherheitsgründen dringend davon ab, ihn in Eigenregie zu öffnen. „Die Inhaltsstoffe von Lithium-Ionen-Batteriezellen sind grundsätzlich unter bestimmten Bedingungen entflammbar“, heißt es in einem Bosch-Leitfaden. Außerdem erlöschen etwaige Gewährleistungs- und Garantieansprüche.

Ist der Akku verschlissen, ist Ersatz teuer. Den Zustand auslesen kann der Fachhändler per Diagnosegerät. Je nach Kapazität und Modell kann ein Neuteil bis zu 1.000 Euro kosten.

Wertvolle Rohstoffe sollen recycelt werden

Für die Entsorgung des Alt-Akkus ist der Fachhändler zuständig, der in der Regel mit der Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien (GRS) kooperiert. Schon beim Verkauf eines E-Bikes fließt laut Pressedienst-Fahrrad ein Betrag zur Entsorgung und Wiederverwertung der Akkus an die GRS. Ausgediente Akkus werden beim Händler abholt.

Wertvolle Stoffe im Stromspeicher sollen so in den Rohstoffkreislauf zurück gelangen. Bosch versichert: „Je nach Recyclingverfahren können über 80 Prozent der wertvollen Rohstoffe wiedergewonnen und -verwertet werden.“

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