Halbleiterindustrie in Japan Rohm: Denso erwägt Rückzug – Halbleiter-Trio bleibt im Rennen

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Medienberichten zufolge zieht der Automobilzulieferer Denso das Angebot für den Halbleiterhersteller Rohm zurück; Denso selbst dementiert, dass bereits eine Entscheidung gefallen sei. Die Allianz zwischen Rohm, Toshiba und Mitsubishi Electric bleibt im Bereich Leistungshalbleiter also weiter möglich.

Über die Zukunft von Rohm wird weiter verhandelt.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Über die Zukunft von Rohm wird weiter verhandelt.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Das Interesse des Automobilzulieferers Denso am Halbleiterhersteller Rohm könnte schwinden. Im Februar 2026 wurde ein Übernahmeangebot für den Halbleiterhersteller Rohm getätigt, doch diese wollen die Verantwortlichen von Denso nun zurückziehen, wie die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei Asia am 25. April 2026 berichtete. Den Informationen der Nikkei-Redaktion (via Archive.is) zufolge konnten sich beide Unternehmen nicht auf die Bedingungen einer Übernahme einigen.

Die Presseabteilung von Denso reagierte am 27. April 2026 mit einer Stellungnahme auf die Medienberichte, die dem Nikkei-Artikel folgten. Darin bestätigt Denso, dass das Angebot keine Unterstützung von Rohm erhalten habe und verschiedene Optionen geprüft würden, darunter auch ein Rückzug. Eine finale Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen.

Rohm bestätigte am selben Tag, dass das Unternehmen dem Übernahmeangebot nicht zugestimmt habe. Denso erwäge derzeit verschiedene Optionen, wie auf die Situation reagiert werden solle.

Synergien für Elektromobilität

Denso hatte ursprünglich angestrebt, alle Anteile an Rohm durch ein öffentliches Kaufangebot zu erwerben. Der Automobilzulieferer, der bereits knapp fünf Prozent an Rohm hält, entwickelt und produziert Leistungshalbleiter für Motorsteuerungen und Leistungswandler sowie Analoghalbleiter für Sensoren. Rohm wiederum ist auf besonders energieeffiziente Siliziumkarbid-Leistungshalbleiter spezialisiert. Durch die Übernahme hätte Denso Synergien in Technologien angestrebt, die für Elektrofahrzeuge und andere Endprodukte kritisch sind.

Nach Eingang prüfte Rohm das Angebot durch ein Sondergremium. Parallel dazu kündigten Rohm, Toshiba und Mitsubishi Electric Ende März 2026 Gespräche über eine mögliche Fusion ihrer Leistungshalbleiter-Geschäftsbereiche an. Diese Verhandlungen wurden unabhängig vom Denso-Angebot geführt und Rohm dürfte diese Option nun weiterverfolgen.

Konkurrenz für Infineon immer noch möglich

Laut Nikkei kam Rohm offenbar zu dem Schluss, dass Synergien schwer zu realisieren wären, wenn das Unternehmen zu einer Denso-Tochter würde. Unter der neuen Struktur hätte eine Verschiebung in Richtung Automobil-Halbleiter gedroht sowie potenzielle Veränderungen in Geschäftsbeziehungen mit Automobilzulieferern, die mit Denso konkurrieren.

Leistungshalbleiter sind unverzichtbar für Elektrofahrzeuge, Haushaltsgeräte, Bahnen und Strominfrastruktur. Der Markt wird in den kommenden Jahren voraussichtlich deutlich wachsen. Während europäische und amerikanische Unternehmen die Top-Positionen im globalen Marktanteil dominieren, intensivieren chinesische Anbieter ihre Niedrigpreis-Offensive. Japanische Unternehmen, die einst eine führende Position innehatten, stehen unter Druck.

Ein möglicher Zusammenschluss von Rohm, Toshiba und Mitsubishi Electric könnte einen der weltweit größten Anbieter im Bereich Leistungshalbleiter hervorbringen und damit in direkte Konkurrenz zu Infineon treten. Für europäische Anbieter wie Infineon, STMicroelectronics oder Onsemi könnte dies den Wettbewerbsdruck im Bereich Leistungselektronik weiter erhöhen. (sb)

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