Neue Mobilitätskonzepte Projekt upBUS verknüpft autonomen E-Bus mit Seilbahnsystem

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Im Forschungsprojekt upBUS arbeiten die RWTH Aachen in Form vom Lehrstuhl Production Engineering of E-Mobility Components, Institut für Strukturmechanik und Leichtbau, sowie vom Lehrstuhl für Höchstfrequenzelektronik zusammen mit der Gemeinde Simmerath und der Zukunftsagentur Rheinisches Revier an einem neuen Verkehrsmittel. Dieses kombiniert einen autonomen Elektrobus mit einem Seilbahnsystem.

Im Forschungsprojekt „upBUS“ wird ein Verkehrskonzept entwickelt und getestet, das einen autonomen E-Bus mit einem Seilbahnsystem vereint.(Bild:  PEM RWTH Aachen)
Im Forschungsprojekt „upBUS“ wird ein Verkehrskonzept entwickelt und getestet, das einen autonomen E-Bus mit einem Seilbahnsystem vereint.
(Bild: PEM RWTH Aachen)

Seilbahnen haben etliche Vorteile. Dazu zählen kurze Planungs- und Bauzeiten, niedrige Investitions- und Betriebskosten sowie einem geringer Energieverbrauch. Allerdings sind sie an feste Stationen gebunden. Autonome Elektrobusse können auf der anderen Seite engmaschige Netze bedienen – allerdings sind sie straßengebunden und können so zur Staubildung beitragen. Eine Kombination aus beiden wäre eine optimale Lösung. „Als Seilbahn kann der upBUS Verkehrsengpässe oder landschaftlich schwierige Gebiete überbrücken und anschließend nahtlos als Bus weiterfahren, ohne dass die Passagiere umsteigen müssen“, betont PEM-Leiter Professor Achim Kampker. Doch lässt sich das überhaupt realisieren? Ja, meinen die Projektbeteiligten. Möglich werden solle das durch eine automatische An- und Abkopplung der Transportzellen an das Chassis autonom agierender Straßenfahrzeuge. Dabei sollen die Seilbahnstationen als Verteilungszentren für engmaschige Busnetze dienen. „Die größte technische Herausforderung liegt im hohen Grad der Modularität“, erklärt Kampker. Denn das Fahrzeug soll aus drei Hauptsystemen bestehen: einem autonomen Straßenfahrmodul, einer Fahrgastzelle und der Kopplungsschnittstelle „iTSI“, kurz für intelligent Terrestrial System Interface. iTSI ermögliche es, die Fahrgastzelle für den Straßenbetrieb an das Fahrmodul zu docken und die Transportzelle in der Seilbahnstation an das Seilgehänge zu übergeben.

Im August 2025 wird Primotyp erprobt

Ob das Verkehrsmittel funktioniert, will man im August 2025 mit einem Primotypen erstmals erproben. Das semi-autonome 48-Volt-Niederspannungs-Elektrofahrzeug ist mit einer Stereo-Kamera sowie LiDAR-Sensoren zur Navigation ausgestattet und beinhaltet einen Hebemechanismus sowie eine Weiterentwicklung der Kopplungsschnittstelle iTSI zur einfachen und sicheren Übertragung der Buskabine. Zum Ende des Projekts soll ein Vorserienprototyp als Frachtfahrzeug aufgebaut und im Feld getestet werden. Darüber hinaus ist es geplant, einen weiteren Prototyp digital zu entwickeln, der zur Beförderung von Personen vorgesehen ist. Die entsprechende Kabine soll bis zu zehn Passagiere transportieren können und über Eigenschaften eines klassischen ÖPNV-Fahrzeugs mit Blick auf Bestuhlung, barrierefreien Einstieg, Infotainment-System und Türschließautomatik verfügen.

Verkehrsnetze entlasten

Hintergrund des neuen Verkehrskonzepts sind die in zahlreichen Städten überlasteten Verkehrsnetze. Im Jahr 2023 stand im bundesweiten Durchschnitt jeder Pendler 40 Stunden lang im Stau. Diese Zahl wurde im vergangenen Jahr nicht unterboten. Das entspricht einem finanziellen Verlust von rund 3,2 Milliarden Euro. In ganz Europa werden darüber hinaus 60 Prozent der vom Straßenverkehr erzeugten Kohlenstoffdioxid-Emissionen dem sogenannten motorisierten Individualverkehr zugeordnet. Ein ÖPNV-Angebot mit upBUS-Fahrzeugen könne zu einer nachhaltigen und kostengünstigen Gestaltung des Personenverkehrs beitragen. (se)

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