BatterietechnikProjekt Spirit-E untersucht Einbindung von E-Lkw in das öffentliche Energiesystem
Von
Stefanie Eckardt
3 min Lesedauer
Elektro-Lkw könnten dazu beitragen, Energiekosten zu senken und den Kostendruck für Speditionen zu lindern: Ihre Batterien lassen sich auch als Stromspeicher für den Betriebshof oder das öffentliche Netz nutzen. Das Forschungsprojekts Spirit-E setzte sich damit auseinander, wie sich die Fahrzeuge in das Energiesystem einbinden lassen und welche Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Einsatz erfüllt sein müssen.
Elektro-Lkw können zum aktiven Teil des Energiesystems werden. Das ist das Ergebnis des Forschungsprojekts Spirit E. Für den Markthochlauf kommt es jetzt auf Netzanschluss, Standards und Geschäftsmodelle an
(Bild: MAN)
Im Rahmen des Forschungsprojekts haben die Technische Universität München (TUM), das Fraunhofer IEE, die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE), MAN Truck & Bus, TenneT, Hubject, Consolinno Energy sowie SBRS vom August 2023 bis Oktober 2026 erprobt, wie Elektro-Lkw bei niedrigen Strompreisen Energie aufnehmen und diese bei höheren Preisen wieder verkaufen können.
Damit das funktioniert, entwickelte und erprobte die Partner die nötigen Schnittstellen zwischen Lkw, Ladesäule, Energiemanagement, Stromvermarkter und Netzbetreiber, darunter auch ein Reservierungssystem für Ladestationen.
Technische Grundlagen
Die technischen Grundlagen wurden bei einer Spedition in Regensburg erprobt. Hier kam ein Elektro-Lkw mit einer nutzbaren Batteriekapazität von 480 kWh zum Einsatz. Über eine bidirektionale Gleichstrom-Ladestation speiste der Lkw Strom mit einer Leistung von bis zu 350 Kilowatt zurück. Die Partner testeten drei Anwendungen:
Vehicle-to-Vehicle
Vehicle-to-Site und
Vehicle-to-Grid.
Umstieg wirtschaftlich realisierbar?
Ergänzend zu den gemeinsamen Projektergebnissen hat der Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik der TUM in der Begleitforschung untersucht, ob und wie Speditionen ihre Flotten zuverlässig elektrisch betreiben können und wie sich der Umstieg wirtschaftlich gestalten lässt. Grundlage waren unter anderem reale Fahrdaten von sechs deutschen Schwerlastflotten mit insgesamt 2,15 Millionen aufgezeichneten Kilometern. Die zentralen Ergebnisse:
Ladepunkte reservieren: Können E-Lkw auf der Langstrecke öffentliche Ladepunkte im Voraus reservieren, steigt die Planungssicherheit. Der Zeitverlust gegenüber Diesel-Lkw sinkt im Median je nach Szenario auf rund 1 bis 4 Prozent.
Flotte und Depot gemeinsam planen: Mit eigener Ladeinfrastruktur im Depot lässt sich ein deutlich größerer Teil der Flotte zuverlässig elektrisch betreiben als mit öffentlichem Laden allein. Wer zusätzlich Photovoltaik und Batteriespeicher mitplant, spart 25 bis 44 Prozent mehr als bei einer reinen Umstellung der Lkw.
Disposition neu denken: Bezieht die Tourenplanung die Flexibilität beim Laden mit ein, lassen sich Ladevorgänge gezielt auf günstige Zeiten legen. Je nach Auftragsstruktur sinken so die Gesamtkosten der Flotte.
Depot intelligent ins Energiesystem einbinden: Eine intelligente Einbindung in Stromnetz und Strommarkt senkte die Gesamtkosten der untersuchten Flotten im Mittel um 1,7 Cent pro Kilometer. Mit bidirektionalem Laden waren es sogar 6,1 Cent pro Kilometer.
Wie Speditionen ihre Stromkosten senken können
Die Nutzung des gespeicherten Stroms am eigenen Standort wurde als besonders vielversprechend eingestuft. Beispielsweise können Elektro-Lkw tagsüber überschüssigen Strom aus einer Photovoltaikanlage aufnehmen und ihn später wieder abgeben. Dadurch lässt sich die Eigenversorgung erhöhen. Auch können die Fahrzeuge kurzfristig einen hohen Strombedarf abdecken und so teure Lastspitzen vermeiden.
Das Projektteam sieht dadurch Einsparpotenziale von rund zehn Prozent bei den Energiekosten. Bei 100.000 Kilometern Jahresfahrleistung entspricht das rechnerisch den Energiekosten für 10.000 Kilometer Fahrt. Wie stark eine Spedition profitiert, hängt vor allem von Fahrleistung, Standzeiten und Strompreisen ab. Besonders geeignet sind Fahrzeuge im Regionalverkehr, die regelmäßig zum Betriebshof zurückkehren.
Hürden in der Umsetzung
Die Projektergebnisse zeigen, dass die größten Hürden inzwischen weniger bei der technischen Umsetzung liegen als bei der Einbindung in das Stromnetz und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. So reicht die vorhandene Netzanschlussleistung vieler Betriebshöfe für das Laden größerer Elektro-Lkw-Flotten nicht aus. Flexible Netzanschlussverträge, Batteriespeicher oder gemeinsam genutzte Ladeinfrastruktur können helfen, diese Einschränkungen zu überwinden.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Auch für die Vermarktung des gespeicherten Stroms fehlen bislang einheitliche Standards. Viele Anbieter nutzen eigene technische Lösungen, die nicht miteinander kompatibel sind. Zudem muss geklärt werden, wie Aufgaben und Erlöse zwischen Speditionen, Fahrzeugherstellern und Stromvermarktern verteilt werden. (se)