Elektromobilität Bidirektionales Laden: Volkswagen Nutzfahrzeuge und enercity demonstrieren reales Anwendungsszenario

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Volkswagen Nutzfahrzeuge und enercity haben ein Pilotprojekt zum bidirektionalen Laden ins Leben gerufen. Gemeinsam wollen die Unternehmen zeigen, dass sich Elektrofahrzeuge effizient in den Energiemarkt einbinden lassen.

Freuen sich über ihre Partnerschaft im Bereich bidirektionales Laden: Christian Haferkamp und Aurélie Alemany von enercity sowie Stefan Mecha und Lars Krause, beide Volkswagen Nutzfahrzeuge (vlnr).(Bild:  PSONNACK)
Freuen sich über ihre Partnerschaft im Bereich bidirektionales Laden: Christian Haferkamp und Aurélie Alemany von enercity sowie Stefan Mecha und Lars Krause, beide Volkswagen Nutzfahrzeuge (vlnr).
(Bild: PSONNACK)

Im Mittelpunkt des Pilotprojekts stehen der ID. Buzz von Volkswagen sowie eine BiDi-fähige Ladeinfrastruktur von enercity, über die das Zusammenspiel von Fahrzeug, Wallbox, Energiemanagementsystem und virtuellem Kraftwerk getestet wird. Ziel des Projektes ist es, die technische Machbarkeit, die wirtschaftlichen Potenziale und den gesellschaftlichen Nutzen von Vehicle-to-Grid (V2G) im realen Betrieb zu demonstrieren. „Die Energiewende braucht Flexibilität – und die können wir längst heben, wenn wir Mobilität und Energiesystem zusammen denken“, verdeutlicht Aurélie Alemany, Vorstandsvorsitzende enercity die Bedeutung des Konzepts. Sie betont weiterhin: „Mit dem Pilotprojekt machen wir Firmenflotten zum Teil der Lösung: Die E-Auto-Batterien liefern Flexibilität genau dann, wenn das Energiesystem sie braucht. Das senkt perspektivisch Kosten für unsere Geschäftskund:innen – und unterstützt zugleich Netzstabilität und die Integration erneuerbarer Energien.“

Unter günstigen Rahmenbedingungen kostenfreies Fahren möglich

Beim bidirektionalen Laden von Stromern fließt der Strom nicht nur aus dem Netz in den Akku des Fahrzeugs hinein, sondern lässt sich von diesem über die Ladestation auch wieder zurück an das Netz abgeben. Durch die flexible Nutzung und Vermarktung dieser Speicherkapazitäten kann man nicht nur Energiekosten senken, sondern auch zusätzliche Erlöse erzielen. Unter günstigen Rahmenbedingungen sei sogar nahezu kostenfreies Fahren möglich, schätzt das Energieunternehmen. Den technischen Proof of Concept zum bidirektionalen Laden hat enercity in einem Laboraufbau bereits erbracht. Nun will es, die Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit des Modells unter Beweis zu stellen.

Einfach in den Alltag integrierbar

Im ersten Schritt des Piloten fokussieren sich die Partner auf die Anwendung für Gewerbekunden mit planbaren Standzeiten und -orten der firmeneigenen Flotten – beispielsweise über Nacht. Für diesen Anwendungsfall soll anhand der V2G-fähigen Fahrzeuge von Volkswagen gezeigt werden, dass sich die Potenziale des bidirektionalen Ladens für Anwender einfach und profitabel im Alltag realisieren lassen.

Realtime-Tests in diesem Jahr

Das gemeinsame Projekt startete bereits 2025 mit Vorstudien und geht 2026 nun in die konkrete Umsetzung. Es untersucht technische Abläufe, die Vermarktung von Flexibilität über ein virtuelles Kraftwerk sowie Kostensenkungen im Realbetrieb – und zwar durch Realtime-Tests mit echten B2B-Flotten.

Beim bidirektionalen Laden konnte enercity bereits reale Marktbedingungen simulieren. Dabei werden verschiedene Erlösquellen wie Arbitrage und Regelenergie kombiniert. Zusätzlich zur engen technischen Einbindung der Ladeinfrastruktur in das Energiemanagement entsteht auf diese Weise ein ganzheitliches Angebot aus Fahrzeug, Wallbox und Energieprodukt. (se)

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