Investment Porsche steigt groß beim Energiewende-Start-up 1Komma5° ein

Mit 1Komma5° will der Ex-Tesla-Deutschlandchef Philipp Schröder einen digitalen Handwerker-Konzern aufbauen. Elektroinstallationen mit Fokus auf erneuerbaren Energien und Smart-Home-Anwendungen sollen das Steckenpferd werden. Warum Porsche nun als größter Anteilseigner einsteigt.

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Porsche investiert weiter in Bereiche, die über das klassische Geschäft des Sportwagenherstellers hinaus gehen. Jüngstes Beispiel ist die Beteiligung an 1Komma5°.
Porsche investiert weiter in Bereiche, die über das klassische Geschäft des Sportwagenherstellers hinaus gehen. Jüngstes Beispiel ist die Beteiligung an 1Komma5°.
(Bild: Porsche)

Neulich E-Bikes, jetzt Elektriker: Porsche investiert über seine Wagniskapital-Einheit Porsche Ventures weiter viel Geld in Unternehmungen, die über das eigene Kerngeschäft hinausgehen. Nachdem die Schwaben kürzlich die Übernahme des E-Bike-Herstellers Greyp verkündet hatten, verkündeten sie am Freitag (3. Dezember) nun auch beim Start-up 1Komma5° eingestiegen zu sein.

Porsche wird demnach größter Einzelinvestor des Hamburger Unternehmens. Laut der FAZ hat 1Komma5° in der aktuellen Runde bis zu 100 Millionen Euro eingesammelt.

Doch was ist die Idee des Start-ups und wer steckt dahinter? 1Komma5° beteiligt sich europaweit an Elektroinstallateuren mit Fokus auf erneuerbaren Energien (Solareigenversorgung, Wärmepumpen, Energiespeicher) und Smart-Home-Anwendungen. „Unser Ansatz ist: Es gibt genug Technologien für die Energiewende. Es gibt genug Kapital. Strom aus Fotovoltaik ist inzwischen günstiger. Was fehlt, ist die Werkbank“, erklärte Co-Gründer Philipp Schröder der FAZ. Sein Start-up will deshalb die Betriebe unter einem Dach konsolidieren, zentralisieren und digitalisieren. So soll es für Kunden deutlich einfacher werden, an Handwerker-Termine zu kommen.

„Wir wollen zum One Stop Shop für klimaneutrale Gebäude-Technologie werden“

Aktuell arbeiten rund 120 Beschäftigte für das Unternehmen. Der Jahresumsatz liegt bei 40 Millionen Euro. Nun will die Firma weitere 100 Millionen Euro in die Hand nehmen, um weitere Zukäufe zu tätigen. So soll der Umsatz schnell auf 150 bis 200 Millionen Euro anwachsen. „Wir wollen zum One Stop Shop für klimaneutrale Gebäude-Technologie werden“, erklärte Schröder.

2022 plant das Start-up in deutschen Städten Flagship Stores eröffnen, um einem breiten Publikum die Themen „CO2-neutrales Zuhause“ und „CO2-neutrales Firmengebäude“ näherzubringen. Vorbilder für die Showrooms sind Apple und Tesla. Erste Standorte sind an der Hamburger Binnenalster und in Lingen an der Ems geplant.

Mitgründer und CEO Philipp Schröder war in der Vergangenheit bereits bei Tesla als Deutschlandchef aktiv. Danach versuchte er sich in der Solar-Branche als Geschäftsführer der Sonnen GmbH. Jetzt will er also einen digitalen Handerwerker-Konzern aufziehen. „Elektriker zu sein ist nicht sexy genug. Das Talent geht nicht in die Branche“, sagte er der FAZ. 1Komma5° will das ändern. Auch deshalb habe man Porsche als größten Investor gewählt. Die Strahlkraft des Sportwagenherstellers soll auch beim Image-Aufbau helfen.

Porsche: Mehr als nur Auto

Und Porsche selbst? Die Zuffenhausener sehen in ihrem Investment einen Anknüpfungspunkt für den Ausbau ihres eigenen Ökosystems. Wer einen Elektro-Porsche kauft, möchte vielleicht auch gerne den Strom dafür zumindest teilweise selbst erzeugen. So in etwa die Annahme. Patrick Huke, Head of Porsche Ventures Europe & Israel, sagte: „Unser Ziel ist es, unsere Angebote zur nachhaltigen Mobilität weiter auszubauen. Hierbei gehen wir neue Wege und adressieren für unsere Kundinnen und Kunden bewusst die gesamte Wertschöpfungskette: Von der nachhaltigen Erzeugung und Speicherung von Energie über intelligente Vernetzung bis hin zur CO2-neutralen Nutzung.“

Und Porsche-Finanzchef Lutz Meschke ergänzte: „Das Thema Smart City ist ein spannendes Betätigungsfeld für Porsche. Uns geht es hierbei vor allem um die vernetzte, effiziente und nachhaltige Stadt. “

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