OLED, Sensorik und Radartechnik sorgen für Sicherheit im und am Fahrzeug

Redakteur: Hendrik Härter

Von der OLED in der Heckleuchte bis zur Radartechnik mit 77 GHz. In einem modernen Fahrzeug sind viele Helfer verbaut, die den Alltag auf der Straße erleichtern.

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Mit dem Shake-Sensor wird das Fahrzeug in die Lage versetzt, seine Umgebung nicht nur über Kamera- und Radarsysteme zu sehen, sondern auch zu fühlen.
Mit dem Shake-Sensor wird das Fahrzeug in die Lage versetzt, seine Umgebung nicht nur über Kamera- und Radarsysteme zu sehen, sondern auch zu fühlen.
(Bild: Hella)

Auf der NAISAS, der North American International Auto Show in Detroit, zeigt Hella, was der Licht und Elektronikspezialist an sicheren und inteligenten Entwicklungen in Sachen Mobilität zu bieten hat. Ein Highlight auf dem Gemeinschatsstand mit HBPO werden die organischen Leuchtdioden (OLED) sein, die in der Heckleuchte des Audi A8 integriert sind. Insgesamt sind acht OLEDs hat Hella hier verbaut und es wurde ein Bremslicht zusammen mit einem Schlusslicht umgesetzt. Zwei Elektroden bringen die Schichten dann gleichmäßig zum Leuchten. Für ein homogenes Erscheinungsbild kommt die Technik mit OLEDs ganz ohne Reflektoren, Lichtleiter oder zusätzliche Optiken aus.

Die Heckleuchte im aktuellen Audi A8 besteht aus drei Teilen und erstreckt sich über das gesamte Fahrzeugheck. Jede der acht OLEDs ist in vier Segmente unterteilt, die sich einzeln steuern lassen und so verschiedene Coming-Home- und Leaving-Home-Szenarien ermöglichen. Die zwei oberen Segmente unterstützen zudem das Bremslicht, die unteren ergänzen das Schlusslicht, das oberhalb der OLEDs als Leuchtenband mit LEDs ausgeführt ist. Die Kombination aus LED- und OLED-Lichtquelle sollen eine unverwechselbare Signatur des Fahrzeugs schaffen. Daneben zeigt Hella neue Heckleuchten, die im Cadillac CT6 zum Einsatz kommen. Das elegante Erscheinungsbild der Heckleuchten entsteht durch eine individuelle Kombination aus LEDs, optischen Konzepten und Strukturen sowie Lichtleitern.

Sicherheit bei einem Funkschlüssel

Im Mittelpunkt des Messestands stehen zudem sicherheitsrelevante Techniken bei den Funkschlüsseln. So sind Automobilhersteller und Fahrzeughalter mit dem wachsenden Problem von Diebstählen und Einbrüchen durch sogenannte Relais-Angriffe (Relay Station Attack), also eine unerlaubte Überbrückung des Funkschlüssel-Signals, konfrontiert. Hacker können die Schwachstellen von Schlüsseln nutzen, um Zugang zu einem Fahrzeug bekommen und so etwa Türen entriegeln. Mit einer besonderen Sicherheitslösung lassen sich Schlüssel vor derartigen Angriffen schützen, indem sie diese in einen „Ruhemodus" versetzt, sobald diese nicht mehr in Bewegung sind. Die Schlüssel senden dann keine Signale mehr, sodass ein sogenannter Relay-Station-Attack verhindert wird.

Hella zeigt weiterhin einen Shake-Sensor. Das Akronym steht für Structural Health and Knock Emission. Damit wird das Fahrzeug in die Lage versetzt, seine Umgebung nicht nur über Kamera- und Radarsysteme zu sehen, sondern auch zu fühlen und deckt somit den unsichtbaren Bereich zwischen allen Fahrerassistenzsystemen in unmittelbarer Umgebung des Fahrzeugs ab. Der Sensor detektiert über eine piezoelektronische Folie Körperschallwellen, die durch Berührungen oder Klopfen an der Fahrzeugaußenhaut erzeugt werden.

Sensoren erkennen Zustand der Straße

Interessant ist die Tatsache, dass die Technik auch zur Schadenserkennung genutzt werden kann. So lassen sich Schadensausmaß sowie Zeitpunkt und Ort des Vorfalls mit dem Shake-Sensor erkennen, aufzeichnen und dem Fahrzeughalter oder dem Fuhrparkanbieter als Bericht übermitteln. Die Sensoren können nicht nur Schäden erkennen, sondern auch den Straßenzustand analysieren. Ein ähnliches Projekt, bei denen die Reifen den Zustand der Straße ermitteln, lesen Sie hier. Ist der Sensor im Radkasten positioniert, kann er etwa die Flüssigkeitsmenge auf Straßen präzise messen. Diese Information kann dem Fahrer oder entsprechenden Systemen zur Verfügung gestellt werden, um gefährliche Bedingungen wie Aquaplaning zu bewältigen und Unfälle zu vermeiden.

Weiterhin zeigt Hella die vierte Generation von Radarsensoren im 24-GHz-Band, die ein vergrößertes Sichtfeld bieten, was zu deutlich verbesserten Erkennungsmöglichkeiten führt. Dank der Schmalbandtechnik greifen Sicherheitsaspkete wie Tote-Winkel-Erkennung, Spurwechselassistent und rückwärtige Querverkehrswarnungen. Sowohl die Radarsensoren als auch der Shake-Sensor sind in einem Cadillac CT6 2019 integriert, der auf dem Messestand zu sehen ist.

Weiterentwickelte Radartechnik

Weitere serienmäßige Sicherheitsfeatures sind das Fahrpedal, der intelligente Batteriesensor, der Regenlichtsensor und die Karosseriebeleuchtung. Mit der Weiterentwicklung der 77-GHz-Radartechnik demonstriert Hella seine Expertise bei der Radarsensorik. Ferner verkündete das Unternehmen Anfang Januar 2019, dass es eine strategische Partnerschaft mit dem kalifornischen Start-up AEye eingeht, um gemeinsam an der LiDAR-Sensorik sowie an der iDAR-Systementwicklung für Fahrerassistenzsysteme und das automatisierte Fahren zu arbeiten.

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