Autonomes Fahren Mobileye-Chef: „Fahren in komplexen städtischen Gebieten wie in New York City ist ein entscheidender Schritt“

Redakteur: Svenja Gelowicz

Können autonome Fahrzeuge mit dem komplexen Verkehrsgeschehen einer Metropole wie New York umgehen? Diesen Härtetest macht Mobileye nun. Welche Herausforderungen dabei bestehen.

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Mobileye testet autonomes Fahren nun auch in New York.
Mobileye testet autonomes Fahren nun auch in New York.
(Bild: Mobileye)

Die Intel-Sparte für autonomes Fahren Mobileye testet autonomes Fahren nun auch in New York. Das Unternehmen habe dafür nach eigenen Angaben als einziges Unternehmen eine solche Erlaubnis. Die nordamerikanische Stadt verfüge über eine der weltweit anspruchsvollsten Fahrumgebungen, heißt es in einer Meldung von Mobileye dazu. „Das Fahren in komplexen städtischen Gebieten wie in New York City ist ein entscheidender Schritt, um die Fähigkeiten eines autonomen Systems zu testen und die Industrie der Marktreife näher zu bringen,“ sagt Amnon Shashua, Senior Vice President Intel und Chef von Mobileye.

Mobileye-Manager Jungwirth: „Einige der größten Herausforderungen“

Der ehemalige VW-Topmanager Johann Jungwirt, nun bei Mobileye zuständig für Mobility-as-a-Service, schreibt dazu bei der Karriereplattform LinkedIn: „New York City bietet einige der größten Herausforderungen, die der Straßenverkehr bieten kann, mit verrückten belebten Straßen, Tausenden von Fußgängern, doppelt geparkten Fahrzeugen, Tunneln und Brücken, aggressivem Fahrverhalten und insgesamt sehr belebten Straßen.“ Die Tests in New York seinen ein „wichtiger Meilenstein“.

Mobileye nennt dabei einige Faktoren, die bei den Tests im Mittelpunkt stehen:

  • Viele unachtsame Fußgänger: Autonome Fahrzeuge müssten Annahmen über das Verhalten von ihnen treffen und diese in die Fahrstrategie einbeziehen.
  • Fahrverhalten und Verkehrsdichte: Verstopfte Straßen machen Fahrer aggressiver und ungeduldiger. Gerade Taxifahrer oder Lenker von Berufskraftfahrzeugen verhielten sich energischer als anderswo. Außerdem seien in New York sind neben Pkws auch Taxis, Limousinen, Busse, Lkws, Foodtrucks, Pferdekutschen, Rettungsfahrzeuge, Fahrräder, Roller oder Skateboards unterwegs.
  • Parken in zweiter Reihe: Für Menschen ist leicht ersichtlich, ob ein Auto nur steht oder geparkt ist. Die Maschine tut sich da schwerer. Fahrzeuge von Mobileye müssen auch anhand des Verhaltens anderer Verkehrsteilnehmer entscheiden, wann ein Ausweichmanöver notwendig ist.
  • Baustellen, Tunnel und Brücken: New York sei eine „einzige große Baustelle“. Wettbewerber von Mobileye orientierten sich dabei an eigenen Karten, heißt es vom Unternehmen. Mobileye selbst nutze Daten von Autos, die auf den Straßen unterwegs sind und lizenziere diese zurück an städtische Behörden. Bei Tunneln und Brücken seien schmale Poller oder Fahrspuren, die mit Leitkegeln eingefasst sind, eine „Achillesferse“ für autonome Fahrzeuge.

Die Intel-Tochter sagte im April, bereits im nächsten Jahr einen Robotaxi-Dienst in Deutschland aufziehen zu wollen. Als Voraussetzung nannte das Unternehmen mit Sitz in Jerusalem passende rechtliche Rahmenbedingungen.

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