Neue Modelle Markt für Elektroschiffe wächst

Quelle: dpa

Immer mehr Anbieter bieten elektrisch angetriebene Fähren oder „Wasserbusse“ an. Doch auch für die Binnenschifffahrt könnten Elektroschiffe unter bestimmten Voraussetzungen interessant sein.

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Die Fassmer-Werft hatte im Herbst die Elektro-Fähre CIT-E-Ferry vorgestellt.
Die Fassmer-Werft hatte im Herbst die Elektro-Fähre CIT-E-Ferry vorgestellt.
(Bild: Fassmer)

Die Nachfrage nach kleinen Elektroschiffen wächst. Auf der Kieler Förde fahren schon elektrisch betriebene Fähren, genau wie auf der Warnow in Rostock oder zur Ostsee-Ferieninsel Usedom. Auf diesen Markt will auch die Fassmer-Werft in Berne an der Unterweser gehen und hat ein Konzept für eine batterieelektrische Fähre für bis zu 100 Passagiere.

„Wir wollen uns auf kleine Fähren beschränken“, sagte Wolfgang Moewes, Verkaufsleiter für Boote bei Fassmer, der Deutschen Presse-Agentur. Ein „elektrischer Wasserbus“ solle in Städten mit Flüssen oder Kanälen klimafreundlich Teile des Nahverkehrs aufs Wasser bringen. Seit Vorstellung des Konzepts CIT-E-Ferry im Herbst werde mit Interessenten verhandelt. Aufträge gebe es noch nicht. 14 Stunden am Tag sollen die Fähren ohne Nachladen fahren können.

Elektroschiffe auch für die Binnenschifffahrt

„Für die Binnenschifffahrt stellt auch die Nutzung batterieelektrisch betriebener Schiffe eine Antriebsoption dar, wenn nur kurze Strecken gefahren werden und regelmäßig die Möglichkeit zum Aufladen besteht“, heißt es in einem Bericht der Bundesregierung zu neuen Antriebsarten. Wo schon Elektroschiffe fahren, haben die Konstrukteure verschiedene Möglichkeiten gewählt: Solarantriebe, Batterieantriebe oder Hybridmodelle, bei denen ein Generator Strom zuliefert.

Die Fassmer-Werft will die Batterieantriebe für ihre Boote beim Spezialisten Torqeedo in Gilching bei München kaufen. Die Rümpfe sollen aus Glasfaserkunststoff gebaut werden wie die Rettungs- und Tenderboote für Kreuzfahrtschiffe, die Fassmer schon in großer Stückzahl produziert.

Auch der Hersteller Ampereship in Stralsund, eine Tochter von Ostseestaal, sieht viele Einsatzmöglichkeiten für Elektroboote.„Es gibt so unendlich viele Stellen, wo die Fähren nur kurze Strecken überwinden müssen“, sagt Marketingchef Philipp Peuß. Ampereship hat unter anderem den „Warnowstromer“ für Rostock und eine Usedom-Fähre gebaut. Drei Fähren für Zürich sind in Arbeit. „Nach einer Flaute zwischendurch brummt der Markt richtig.“ Auch eine Bodensee-Fähre für bis zu 300 Personen ist bestellt.

Die Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK) lässt ihre Elektroschiffe in den Niederlanden bauen. Die batterieelektrische Fähre „Düsternbrook" soll in diesem Jahr das Schwesterschiff „Wellingdorf“ bekommen. Daneben gibt es das Hybrid-Fahrgastschiff „Gaarden“, zwei Schwesterschiffe dazu sind in Bau.

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