Batterietausch für Elektrofahrzeuge ist eine Technologie, die immer beliebter wird. Statt an einer Ladesäule zu warten, lässt man innerhalb einiger Minuten eine leere gegen eine volle Batterie auswechseln. Eine von der Agentur Jato zitierte Schätzung geht davon aus, dass die Zahl der automobilen Tauschstationen in der Volksrepublik von 3.500 im Jahr 2023 auf 16.000 bis zum Ende dieses Jahres wachsen wird. Nun weitet sich dieses Konzept auf E-Schiffe aus.
Der Tausch von Batterien könnte in Zukunft nicht nur bei Elektroautos eine Rolle spielen, sondern auch bei Frachtschiffen (Symbolbild).
(Bild: frei lizensiert nach Pixabay)
Eine Werft in China setzt das Batterietausch-Konzept für ihre elektrische Frachtschiffe ein. Im April dieses Jahres ist der 3.000-Tonnen-Frachter „Hetun Weilan 01“ in der Wuhu-Werft in Wuhan vom Stapel gelaufen. Der Name lässt sich mit „Meeresblauer Kugelfisch Nummer 1“ ins Deutsche übersetzen. Das von der Wuhu Shipyard Co., Ltd. und der Tri Waters New Energy Technology Co., Ltd. gemeinsam entwickelte Frachtschiff hat für seinen Elektroantrieb sechs Akkus an Bord, von denen jeder eine Kapazität von jeweils 430 kWh hat. Es dauert nur fünf Minuten, um einen der knapp vier Tonnen wiegenden Akkus auszutauschen. Die Werft nennt ihr Schiff „das erste Dual-Use-Schiff für den Transport von Containern und Massengut auf Inlands-Wasserwegen mit Akkupack-Tausch”.
Neuer Standard
Das Besondere an dem Batteriesystem des Frachters sei die Tatsache, dass für die Energiespeicher ein neuer Standard eingeführt worden ist, der ihren Einsatz nicht nur an Bord, sondern auch im Hafen ermöglicht, schreibt die chinesische Wissenschaftszeitung Keiji Ribao in ihrem Bericht über den Stapellauf. An Land können die Akkus in Schwerlast-Lkws, schweren Gabelstaplern, fahrerlosen Transportfahrzeugen (AGVs) und als Energiespeicher dienen. Die flexiblen Nutzungsmöglichkeiten erleichtern die Amortisierung der Anschaffungskosten.
Mit Hilfe von Tauschrobotern könne die Technologie auch in kleineren und mittelgroßen Häfen eingesetzt werden, ergänzt die auf die Schifffahrt spezialisierte Zeitung „Zhongguo Shuiyun Bao“. Die Hersteller hoffen auf das Entstehen eines kompletten Ökosystems für ihre austauschbaren Akkus auf und entlang der vielbefahrenen Flüsse und Kanäle Chinas.
Die Chancen dafür stehen recht gut, denn die chinesische Regierung fördert die Elektrifizierung sowohl der See- wie auch der Binnenschifffahrt. Initiativen mit sperrigen, aber eindeutigen Namen wie „Schutz des Jangtsekiang-Flusses und Grüne Transformation des Jangtse-Wirtschaftsgürtels” hatten die bislang mit dem Bau von Chemiekalien-Tankschiffen erfolgreiche, 123 Jahre alte Werft vor zwei Jahren auf die Idee gebracht, ein „New Energy Project Team“ zu gründen, aus dem dann später das Startup „Tri Waters New Energy Technology“ hervorgegangen ist.
Vorteil: Schneller Austausch
CATL hatte 2023 in die nun mit Batterietausch auf sich aufmerksam machende Wuhu-Werft investiert. Die smarten, elektrischen Frachtschiffe, die dort gebaut werden, ergänzen Analysten zufolge gut eine andere Geschäftseinheit des chinesischen Batterieherstellers, die in der Hafenstadt Ningde in der Provinz Fujian elektrisch angetriebene Frachtschiffe baut.
Eine Studie des Maersk-McKinney-Moller-Instituts in Dänemark kam vergangenes Jahr zu dem Ergebnis, dass die batterie-elektrische Schifffahrt weltweit dank fallender Batteriepreise, steigender Energiedichte der Akkus und technologischer Neuerungen bei der Integration von Akku-Containern auf den Schiffen immer wettbewerbsfähiger mit dieselgetriebenen Schiffen werden.
In dieser schönen neuen Welt der emissionsarmen Frachtschifffahrt könnte der Batterietausch möglicherweise eine zentrale Rolle spielen, schrieb das Portal Cleantechnica kürzlich in einem Bericht. „Konkret könnten Batterietausch-Systeme die bestehende Infrastruktur am Suezkanal, Panamakanal und in der Straße von Malakka nutzen – möglicherweise auch in der Straße von Gibraltar. Containerisierte Batterien, die an den Kais gelagert werden, könnten schnell ausgetauscht werden, während die Schiffe auf die Kanalpassage oder die Durchfahrt durch stark befahrene Meerengen warten”, so Cleantechnica.
Potenzial für diverse Mobilitätsarten
Chinas Unternehmer wollen von Anfang an maßgeblich an dieser Transformation der globalen Schifffahrt beteiligt sein. Robin Zeng, der CEO von CATL, sieht großes Potenzial für den Batterietausch sowohl für E-Autos und Nutzfahrzeuge. Im Jahr 2030 würden Besitzer von E-Autos in China ihren Energiebedarf zu je einem Drittel durch Ladegeräte daheim, an öffentlichen Ladesäulen und durch Batterietausch stillen, sagt eine Prognose von CATL voraus.
Die Frachtschifffahrt hat genau wie Nutzfahrzeuge ein besonders hohes Interesse daran, dass keine langen Wartezeiten beim Wiederaufladen von Batterien entstehen. Die Umschlagskosten in Häfen sind ein wesentlicher Kostenfaktor in der Industrie.
CATL baut gerade 300 neue Batterietausch-Stationen für Schwerlastkraftwagen in 13 verschiedenen Regionen Chinas, die bis Ende dieses Jahres fertig sein sollen. Akkus, die zwischen diesen E-Brummis und Binnenfrachtern getauscht werden können, passen da sehr gut ins Bild. (se)
Stand: 08.12.2025
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