Elektromobilität Lebenszeichen vom Sion: Solarstromer geht in die Erprobung

Von Svenja Gelowicz

Eigentlich sollte der Sion bereits vor drei Jahren seinen Marktstart feiern. Bekanntermaßen hat das nicht geklappt. Nun startet das Münchner Start-up Sono Motors seine Erprobung mit einer Testflotte und der Hilfe zweier bekannter Auto-Unternehmen.

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Die Solar-Außenhaut macht den Sion zum Sonnen-Stromer.
Die Solar-Außenhaut macht den Sion zum Sonnen-Stromer.
(Bild: Sono Motors)

Um das Stromer-Start-up Sono Motors aus München war es zuletzt still geworden. Zumindest was das Produkt angeht: das E-Auto namens Sion. Sono Motors selbst ging im November an die US-Tech-Börse Nasdaq und sorgte damit für Aufmerksamkeit. Mit dem Debüt hat das 2016 gegründete Unternehmen dringend benötigtes Geld eingesammelt, das nun direkt in die Erprobung seiner Serienfahrzeuge fließt.

Das Papier wurde am ersten Handelstag noch für 38 Dollar bewertet. Doch die Aktie stürzte rasant ab und notiert aktuell bei etwa vier Dollar. In der Vergangenheit kämpfte das Unternehmen immer wieder mit Geldsorgen und dem Vernehmen zufolge gegen eine Insolvenz. Um eine Pleite abzuwenden, starteten die Münchner vor zwei Jahren sogar eine Crowdfunding-Kampagne.

Sono-Gründer Hahn und die „Sparkassenmentalität“

In einem Interview mit dem „Spiegel“ erklärte Sono-Gründer Laurin Hahn Ende des vergangenen Jahres, Investoren in USA seien stärker ans Tech-Unternehmen interessiert als deutsche Kapitalgeber. „Die Sparkassenmentalität, die bei uns vorherrscht, wo man mehr auf die Risiken als auf die Chancen schaut, steht uns oft im Weg.“ Die Preise für den Sion hatte Sono Motors zuletzt um 3.000 Euro hochgeschraubt auf 28.500 Euro.

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Nun hat das Unternehmen einen Fortschritt bei der Entwicklung des Fahrzeugs vermeldet. Sono Motors baue aktuell seine Serienfahrzeuge und startet somit die Erprobungsphase des Modells. Die Elektroautos beinhalten Serienkomponenten und entsprechen bereits dem finalen Design, heißt es in einer Mitteilung. In den nächsten Monaten will Sono Motors das Fahrzeug testen, validieren und zertifizieren. Anfang 2023 sollen dann endlich die ersten Sion-Modelle beim schwedischen Auftragsfertiger NEVS in einem ehemaligen Saab-Werk vom Band rollen.

Die Solarzellen sollen in verschiedenen Klimazonen bestehen

Sono Motors erprobt seine Testwagen in Europa und den USA. Dabei achte man darauf, die Solartechnik in verschiedenen Klimazonen zu erproben. Die Validierungsfahrzeuge für die Serienfertigung fertigt Sono Motors mit Hilfe des Entwicklungsdienstleisters Bertrandt und der Karosseriebau-Tochter von Thyssenkrupp. Die Automotive Body Solutions genannte Einheit des Stahlkonzerns verantworte die Herstellung des sogenannten Aluminium Space Frames. „Beide Partner haben nicht nur umfassende Expertise im Bereich Automotive-Engineering sondern auch die notwendige Infrastruktur und Kapazitäten, um unsere Testwagen schnell und qualitativ hochwertig zu fertigen“, sagt Sono-Technikchef Markus Volmer.

Die Flotte bestehe aus 16 Gesamtfahrzeugen und 21 Versuchsträgern. Im Sommer will Sono Motors das finale Design der Öffentlichkeit zeigen. Das Alleinstellungsmerkmal des Sonnenstromers ist die Außenhaut, die aus 458 nahtlos eingebauten Solar-Halbzellen besteht und die laut Sono Motors auf kurzen Strecken autark die Stromversorgung gewährleisten könne. Die durch die Solarzellen gewonnene Energie soll die Reichweite der 54-kWh-Batterie des Sion um durchschnittlich 112 Kilometer pro Woche erweitern.

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