Umstieg auf E-Mobilität Leaseplan-Chef rät Flotten, sich für chinesische Anbieter zu öffnen

Von Andreas Wehner

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Die Umstellung auf Elektrofahrzeuge kann für Firmenflotten Kostenvorteile bringen. Allerdings sind vor allem bei den E-Autos etablierter Hersteller die Lieferzeiten oft lange. Für Leaseplan-Deutschland-Chef sind neue Fabrikate auch aus China eine Alternative.

Fahrzeuge neuer Anbieter wie der BYD Han könnten für Flotten die Verfügbarkeit von Elektroautos verbessern.
Fahrzeuge neuer Anbieter wie der BYD Han könnten für Flotten die Verfügbarkeit von Elektroautos verbessern.
(Bild: Wehner/Vogel Communication Group)

Viele große Unternehmen stellen ihre Fahrzeugflotten mal mehr, mal weniger schnell auf Elektroautos um. Zuletzt hatte die Deutsche Telekom mitgeteilt, dass ab 2023 Mitarbeiter nur noch Elektrofahrzeuge als Dienstwagen bestellen können. Doch Elektroautos sind schwer zu bekommen, die Lieferzeiten sind lange.

Roland Meyer
Roland Meyer
(Bild: Leaseplan)

„Wir raten Flottenbetreibern, ihre Car Policy für neue, unbekanntere Hersteller wie beispielsweise Great Wall Motor, Nio, Vinfast und andere zu öffnen“, sagte Roland Meyer, Deutschland-Geschäftsführer des Fuhrparkmanagement-Spezialisten Leaseplan, im Gespräch mit der Zeitschrift „Auto Motor und Sport“. Neue Hersteller versprächen hohe Qualität sowie Sicherheits- und Komfortausstattung bereits in den Basismodellen. Zudem würden sie eine „schnellere Verfügbarkeit“ von Elektroautos ermöglichen.

Dabei liegen die Kosten elektrischer Dienstwagen laut Meyer auch bei steigenden Strompreise unter denen von Verbrennern. „Ein Elektroauto rechnet sich auch dann noch, wenn im kommenden Jahr wie geplant die Bafa-Prämie beim Kauf für Unternehmen wegfällt“, sagte der Leaseplan-Geschäftsführer.

Kostenvorteil nimmt ab

Doch dieser Kostenvorteil schmilzt aktuell wieder dahin. Während die Strompreise steigen, wird Sprit aktuell wieder günstiger. Gerade die für das Flottengeschäft wichtigen größeren Elektroautos sind aber derzeit insgesamt gesehen noch günstiger als vergleichbare Verbrenner, wie „Auto Motor und Sport“ berechnet hat.

So kostet der BMW i4 E-Drive 35 61 Cent pro Kilometer, der BMW 3er mit Benziner 63 Cent. Der Kilometerpreis für den Mercedes Stromer EQE 300 liegt den Berechnungen zufolge derzeit bei 78 Cent, während die E-Klasse als Diesel und Benziner zwischen 80 und 82 Cent pro Kilometer kostet.

Bei Hyundai fahren die Verbrennervarianten des Tucson mit Hybrid-Technik nur wenige Cent teurer als der Ioniq 5. Richtig groß ist der Kostenabstand dagegen noch beim Audi Q5 mit 20 Cent: 87 und 88 Cent kosten die Benziner und Diesel pro Kilometer, der Q4 40 E-Tron nur 68 Cent trotz höherer Strompreise. Beim Volvo XC40 ist der Stromer noch um 10 Cent günstiger als die Verbrennermodelle.

Für kleine Autos gilt das jedoch nicht mehr. So liegen die Kosten pro Kilometer beim Fiat 500 E und beim 500 Hybrid gleich hoch bei 49 Cent. Der Opel Corsa-E ist mit 54 Cent pro Kilometer sogar teurer als die Variante mit Diesel.

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