Forschungsprojekt KI soll Fußgänger-Verhalten erkennen und vorhersagen

Von Andreas Wehner

Anbieter zum Thema

Autofahren ist mehr als Gas geben, lenken und bremsen: Eine entscheidende Rolle spielt die Verständigung mit anderen Verkehrsteilnehmern. Hier haben autonome Fahrzeuge noch eine Schwachstelle, die Forscher jetzt mithilfe von Künstlicher Intelligenz beseitigen wollen.

(Bild: Projektkonsortium Initative)

Das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) hat ein System entwickelt, mit dessen Hilfe autonome Fahrzeuge das Verhalten von Fußgängern erfassen und deuten können. Einen Prototypen stellten die Karlsruher Forscher jetzt im Rahmen des Forschungsprojekts „Intelligente Mensch-Technik-Kommunikation im gemischten Verkehr“ (Initiative).vor. Er soll erkennen können, welche Fußgänger für das Fahrzeuge relevant werden könnten.

Was ein menschlicher Autofahrer in der Regel intuitiv und ohne nachzudenken wahrnimmt, etwa anhand von Standort, Blickrichtung und Gestik, muss ein autonomes Fahrzeug erst beigebracht bekommen. Verfahren der Künstlichen Intelligenz (KI) laut einer IOSB-Mitteilung das Potenzial, Videobilder dahingehend zu analysieren. Sie müssen aber erst anhand großer Mengen an Trainingsdaten lernen, die richtigen Schlüsse zu ziehen.

„Wir haben mittlerweile einen Forschungs-Prototypen umgesetzt, der abschätzt, ob ein Fußgänger die Straße überqueren möchte, seine Gesten analysiert und somit die Grundlage für die Interaktion schafft“, erklärt Manuel Martin, Diplom-Informatiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fraunhofer IOSB. Das System besteht aus einer Stereokamera, die räumlich „sehen“ und somit die genaue Position von Passanten erfassen kann, und einem KI-Algorithmus, der die Positionen der Gliedmaßen erfasst und daraus Schlüsse zieht.

Das Fraunhofer IOSB vollzieht damit nach eigenen Angaben den Brückenschlag zwischen der Beobachtung des Fahrzeuginnen- und des Außenraums. „Was bisher getrennte Welten waren, bringen wir nun zusammen: Die intelligente Erfassung des Verhaltens von Fahrer und gegebenenfalls Beifahrern durch unser Advanced Occupant Monitoring System – und die Erfassung anderer Verkehrsteilnehmer und ihrer Intentionen“, erklärt der Leiter der Forschungsgruppe „Perceptual User Interfaces“, Michael Voit. Damit sei nun auch die Erfassung von Interaktionen zwischen Fahrer und Passanten möglich, was wiederum den Zugang zu neuen Forschungsfragen und Anwendungen eröffne.

Das große Ziel der Forscher ist, KI-gestützt die adaptive Kommunikation verschiedener Verkehrsteilnehmer zu ermöglichen, um automatisierte Fahrzeuge in gemischte Verkehrsszenarien integrieren zu können. Dazu sollen letztlich umfassende Kommunikationsschnittstellen für die Interaktion des Fahrzeugs sowohl mit sonstigen Verkehrsteilnehmern als auch mit seinen eigenen Insassen entwickelt werden. Beispielsweise soll das Auto einem überquerungswilligen Fußgänger mittels einer unmissverständlichen Leuchtanzeige mitteilen können, dass es anhalten wird oder vorbeifahren möchte.

(ID:48792324)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung