Auto-Abos Kaum jemand nutzt sie nur kurz

Autor: Christoph Seyerlein

Auto-Abos werden als zukunftsträchtiger Vertriebskanal für Fahrzeuge gehandelt. Doch wer greift schon heute dazu und wie sieht das Nutzungsverhalten aus? Einblicke dazu gaben Daniel Garnitz (Faaren) und Niels Reimann (Like-2-drive) in einer Clubhouse-Session mit Next Mobility.

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Aktuell gibt es dem Vernehmen nach mehr als 40.000 aktive Auto-Abo-Verträge in Deutschland.
Aktuell gibt es dem Vernehmen nach mehr als 40.000 aktive Auto-Abo-Verträge in Deutschland.
(Bild: Faaren)

Auto-Abos gelten als niedrigschwellige Option für Menschen, die ein Auto über einen relativ kurzen Zeitraum zunächst einmal testen wollen. Von der Option, ein Fahrzeug nur ein oder zwei Monate zu fahren und dann wieder abzugeben, machen bislang allerdings offenbar nur wenige Konsumenten Gebrauch. Davon berichteten zumindest mit Daniel Garnitz (Faaren) und Niels Reimann (Like-2-drive) zwei CEOs aus der Auto-Abo-Branche in einer Clubhouse-Diskussion mit Next Mobility.

„Bei uns liegt die durchschnittliche Laufzeit eines Abos aktuell bei etwa elf Monaten – Tendenz steigend“, sagte Garnitz. Das Durchschnittsalter der Kunden betrage 35 Jahre.

Auch die Annahme, dass Abos vor allem für Nutzer interessant sein könnten, die häufig ihr Fahrzeug wechseln wollen, habe sich bislang nicht bewahrheitet. Derartige Angebote waren zuletzt aber auch spürbar zurückgegangen. „Das rechnet sich einfach nicht“, waren sich Reimann und Garnitz einig.

Mehr als 40.000 aktive Abo-Verträge

Beide berichteten davon, dass es nach ihren Informationen derzeit mehr als 40.000 aktive Subscription-Verträge gibt. In diesem Jahr soll die Zahl stark wachsen. Alleine die Fleetpool-Gruppe, deren Marketingchef Niels Reimann ist, will in diesem Jahr die Zahl von 17.000 Abos erreichen.

Die Annahmen, wie groß der Markt in den nächsten Jahren werden könnte, gehen auseinander. Ferdinand Dudenhöffer hatte in einer Studie einmal 40 Prozent Marktanteil für Abos bis 2030 an allen Neuzulassungen in Deutschland in den Raum geworfen. Clubhouse-Panel-Teilnehmer Jonas Seyfferth von Strategy & äußerte sich am Dienstagabend zurückhaltender: Er hält es für realistisch, dass 2030 etwa sieben Prozent aller gefahrenen Kilometer hierzulande mit abonnierten Fahrzeugen zurückgelegt werden könnten.

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Fachredakteur Next Mobility