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3. Digitale Plattformen und Schnittstellen: Damit Mobilität und auch Logistik ganzheitlich gedacht und weiterentwickelt werden können, brauchen wir gemeinsame (digitale) Plattformen, die zwischen städtischen Zielen und privaten Angeboten koordinieren und vermitteln. 4. Rahmenbedingungen: Es ist extrem wichtig, dass geeignete Rahmenbedingungen geschaffen werden, die zum einen die Umsetzung von Mobilitätslösungen ermöglichen und zum anderen durchaus auch ein Umfeld für Investitionen von Dritten schaffen.
5. Zukunftsdialog: Für mich ein zentraler Punkt, denn hier geht es darum, dass sich neue Mobilitätskonzepte konkret positiv auf unsere Lebensqualität auswirken. Die Mobilitätswende und der erforderliche Verhaltenswandel wird nur möglich sein, wenn Bürger transparent informiert werden und Zukunftslösungen erlebbar gemacht werden.
Wo liegen aus Ihrer Sicht noch große Hürden und wie könnte man diese beseitigen?
Eine der größten Herausforderungen liegt in der kooperativen Arbeitsweise. Sektorübergreifende Projekte zwischen Industrien, Forschung und Kommunen sind Voraussetzung für eine vernetzte Mobilität. Oft gilt es hier schon im ersten Schritt Hürden innerhalb von Unternehmenshierarchien und Fachabteilungen zu überwinden. Das gleiche gilt in der Regel auch für Kommunen, wo zum Beispiel oft eine Querschnittsfunktion zwischen Verwaltungsreferaten fehlt.
Wie wollen Menschen in Städten in Zukunft mobil sein? Welche Bedeutung hat der Besitz eines eigenen Fahrzeugs?
Die Standardantwort ist sicherlich, dass sich für die nächste Generation, die Millenials, das Verhältnis zu Besitz geändert haben wird. Das ist durchaus richtig und bestimmt derzeit die Debatte bezüglich der Mobilitätsservices, die in Zukunft angeboten werden müssen. Themen wie Carsharing und Ride- Hailing sind dabei wichtig. Ich denke auch, dass wir uns in den urbanen Zentren langfristig unsere Mobilität und die darin liegenden Angebote teilen werden.
Die Frage ist nur, wie die Ausgestaltung sein wird. Es wird eine Vielfalt von Angeboten je nach Bedarf geben müssen, die sich nach unterschiedlichen Kriterien und Erwartungen aufteilen. Menschen wollen eigentlich unabhängig sein, wenn es darum geht, sich fortzubewegen. Deshalb war ja das eigene Auto eine so große Revolution. Es steht mir immer zur Verfügung, wenn ich Distanzen schnell überbrücken möchte.
Und auch, wenn das heute nicht mehr so ganz stimmt, weil die Chance, dass man in einem Stau landet sehr groß ist. Wenn das ein Serviceangebot leisten kann, dann wird der Wunsch nach Besitz eines eigenen Fahrzeugs sicherlich schnell noch weiter abnehmen.
Ein Schritt in die richtige Richtung sind meiner Meinung nach On-Demand Systeme, also Mobilität auf Abruf, die sich allerdings nicht wie Uber disruptiv auf eine Stadt aufpflanzt und das Gesamtsystem eigentlich verstärkt belastet, sondern als kooperative Lösung zwischen Stadt und Anbieter auf die städtischen Ziele einzahlt. Ich denke dabei an eine automatisierte Flotte von unterschiedlichen, nutzungsbasierten On-Demand-Fahrzeugen in einem Netzwerk von Hubs, die über ein attraktives Ride Sharing-Programm die Anzahl gefahrener Kilometer im Gesamtsystem reduziert.
Obwohl man bei der Antwort natürlich auch geographisch und soziokulturell unterscheiden muss. Während sich in den USA und Europa das Verhältnis zu Besitz von bestimmten Gütern stark verändert, kann man diesen Trend zum Beispiel in China noch nicht so ausgeprägt wahrnehmen. Und auch die Bedürfnisse der Millenials ändern sich je nach Lebenssituation – plötzlich hat man Kinder, verdient mehr Geld etc. Umso mehr sollte es unser Anspruch sein, den Level of Service, den uns das eigene Auto heute bietet, mit einem guten Mobilitätsserviceangebot mindestens zu erreichen, aber eigentlich zu überbieten.
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