Bahnverkehr Flixtrain kündigt deutlichen Netzausbau an

Autor / Redakteur: dpa/cs / Christoph Seyerlein

In den Koalitionsverhandlungen wird auch über eine Reform der Deutschen Bahn diskutiert. Während Bahn-Gewerkschafter schon im Voraus protestieren, machen sich Konkurrenten wie beispielsweise Flixtrain für mehr Wettbewerb stark.

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Flixtrain fährt ab Dezember auch zwischen Frankfurt und Köln.
Flixtrain fährt ab Dezember auch zwischen Frankfurt und Köln.
(Bild: Flixtrain)

Fernzüge des Anbieters Flixtrain fahren von Mitte Dezember an auch zwischen Frankfurt und Köln. Damit kommen Bonn, Koblenz und Mainz ans Netz des Deutsche-Bahn-Konkurrenten. Wie Flixtrain am Mittwoch mitteilte, steuern die Züge mit dem Winterfahrplan insgesamt zehn neue Halte an.

Für das Frühjahr werden knapp 20 weitere Ziele anvisiert, darunter Dresden, Kassel, Karlsruhe und Freiburg. Insgesamt sollen die grünen Züge dann in 70 Orten halten. Weg fällt mit dem Winterfahrplan die Nachtverbindung Berlin-München. Auf der Strecke will das Unternehmen sein Busangebot Flixbus ausweiten.

Anbieter wie Flixtrain machen sich für mehr Wettbewerb auf der Schiene stark. Darüber wird aktuell auch zwischen SPD, Grünen und FDP in den Koalitionsgesprächen verhandelt. Grüne und FDP machen sich laut Medienberichten für starke Veränderungen bei der Deutschen Bahn stark. Beispielsweise wird darüber diskutiert, die Netz-Sparte und den Zugbetrieb voneinander zu trennen. Derartige Forderungen unterstützt auch das Bündnis Mofair, in dem sich mehrere große private Bahnbetreiber für einen fairen Wettbewerb zusammengeschlossen haben.

Schlagabtausch zwischen Bahn- und Nicht-Bahn-Vertretern

Demgegenüber stehen Gewerkschaften und Arbeitnehmer bei der Deutschen Bahn. Einige hatten zuletzt gegen eine mögliche Zerschlagung protestiert. Sie fürchten einen Stellenabbau, sollte es so kommen. „Der Prozess der Aufteilung würde die Verkehrs- und Klimawende auf Jahre lähmen, statt sie zu beflügeln“, sagte etwa der Vorsitzende des Bahn-Konzernbetriebsrats, Jens Schwarz.

Peter Westenberger, Geschäftsführer des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen, hielt dagegen. Die Gewerkschaft müsse vor allem darüber informieren, warum sie für die Beibehaltung eines Systems werbe, das die Schiene gegenüber den anderen Verkehrsträgern prinzipiell benachteilige: „Wenn die Bahn aus Frustration ihrer Kunden immer seltener genutzt wird, sollte die EVG einmal nachzählen, wie viele Arbeitsplätze dabei verloren gehen.“

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