Verband Deutscher Verkehrsunternehmen Fahrpreise im Nahverkehr um 1,5 Prozent gestiegen

Von Jens Rehberg

Die gestiegenen Energiekosten machen auch den Kommunen zu schaffen – trotzdem geben sie die gestiegenen Belastungen nur teilweise an die Bürger weiter.

Die allgemeinen Preissteigerungen gehen auch am ÖPNV nicht spurlos vorüber.
Die allgemeinen Preissteigerungen gehen auch am ÖPNV nicht spurlos vorüber.
(Bild: gemeinfrei/Pixabay)

Fahrkarten für Busse und Bahnen im Nahverkehr sind in diesem Jahr durchschnittlich rund 1,5 Prozent teurer geworden. Das geht aus Berechnungen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen hervor. Der Branche machen demnach die starken Preissteigerungen für Strom und Diesel zu schaffen, außerdem gesunkene Fahrgastzahlen in der Corona-Krise.

„Trotzdem geben wir auch in diesem Jahr die Kosten nicht in voller Höhe an die Fahrgäste weiter“, teilte Verbandspräsident Ingo Wortmann der Deutschen Presse-Agentur mit. Eine gute und bezahlbare Mobilität sei Teil der Daseinsvorsorge.

Ein Einzelticket im Stadtverkehr koste aktuell im Durchschnitt 2,74 Euro, 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein entsprechendes Monatsabo wurde im Schnitt 1,3 Prozent teurer und liege nun bei 55,90 Euro.

Busse und Bahnen werden weiterhin von deutlich weniger Menschen genutzt als vor der Pandemie. Der Verband geht für das Gesamtjahr von 65 bis 70 Prozent des gewohnten Niveaus aus – nachdem im Sommer schon wieder 80 Prozent und mehr erreicht worden waren. „Das ist kein so dramatischer Einbruch wie wir ihn während der vergangenen Lockdowns hatten“, erläuterte Wortmann. Trotzdem sei es ein Rückschlag. Auch im kommenden Jahr werde mit pandemiebedingten Einnahmeverlusten kalkuliert.

Busse und Bahnen in den Kommunen fahren seit Beginn der Pandemie mit nahezu vollständigem Angebot. Bund und Länder gleichen die Kosten über Rettungsschirme aus. Kostensteigerungen bei Energie, Personal sowie Fahrzeuginvestitionen seien damit aber nicht abgedeckt, sagte Wortmann. „Für diese Aufwandspositionen benötigen wir weiterhin die Einnahmen aus den Ticketverkäufen.“ Jeder dabei eingenommene Euro fließe direkt in die Gesamtfinanzierung des öffentlichen Personen-Nahverkehrs.

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