Auto-Abo Faaren will per Crowdfunding 750.000 Euro einsammeln

Der Wettbewerb im Geschäft mit Auto-Abos wird immer umkämpfter. Verschiedene Anbieter haben in letzter Zeit immer wieder Geld von Investoren eingesammelt. Darunter auch Faaren. Neben klassischen Finanzierungsrunden setzt das Start-up aus Rottendorf bei Würzburg nun aber auch auf Crowdfunding. Was sich das Unternehmen davon erhofft.

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„Wenn wir wollen, können wir unser Geschäft relativ schnell profitabel gestalten“, sagt Faaren-CEO Daniel Garnitz.
„Wenn wir wollen, können wir unser Geschäft relativ schnell profitabel gestalten“, sagt Faaren-CEO Daniel Garnitz.
(Bild: Faaren)

Crowdfunding kann sich für Mobilitäts-Start-ups lohnen. Vor rund zwei Jahren hatte beispielsweise Sono Motors auf dem Weg mehr als 50 Millionen Euro eingesammelt – und eine drohende Firmenpleite damit abwenden können. Nun wendet sich auch das Auto-Abo-Start-up Faaren aus Rottendorf bei Würzburg an seine Community. Seit dem 11. November und noch bis Anfang Januar läuft eine entsprechende Kampagne.

Interessenten können ab einem Mindestbetrag von 250 Euro in das Unternehmen investieren. Eine entsprechende Vereinbarung soll bis mindestens 31. Dezember 2026 laufen. Investoren lockt Faaren mit einer Exit-Beteiligung oder einem erfolgsabhängigen Bonuszins bei Vertragsende sowie gewinnabhängige, jährliche Bonuszinsen, sobald das Unternehmen den Break-even erreicht. Die fällige Basisverzinsung liegt bei einem Prozent pro Jahr. Wer mindestens 500 Euro investiert, erhält zudem einen Rabatt auf ein Auto-Abo, das über Faaren gebucht werden kann.

Laut der Plattform Seedmatch, über die die Kampagne läuft, haben sich bereits 158 Investoren in weniger als zwei Wochen gefunden. Knapp 180.000 Euro sind dabei zusammengekommen. Faarens Ziel: 750.000 Euro, wie Co-Gründer und CEO Daniel Garnitz im Gespräch mit »Next Mobility« verriet.

Dass vom Erfolg der Kampagne ähnlich wie beim Beispiel von Sono Motors die Zukunft von Faaren abhänge, verneinte Garnitz. „Wir machen es nicht, weil wir das Geld dringend brauchen. Wenn wir wollen, können wir unser Geschäft relativ schnell profitabel gestalten“, erklärte der CEO. Allein im letzten Jahr habe sich die Zahl der Faaren-Abos verzehnfacht. Das Start-up agiert dabei nicht selbst als Anbieter und besitzt keinen eigenen Fuhrpark. Stattdessen stellt Faaren anderen Unternehmen wie Händlern oder Herstellern seine Software zur Verfügung, mit deren Hilfe diese zu Abo-Anbietern werden können.

„Die Autobranche ist ein People's Business“

Inzwischen zähle man Unternehmen mit mehr als 300 Standorten zu seinen Kunden, heißt es von Faaren. Diese würden im Jahr über 250.000 Fahrzeuge verkaufen. Wenn nur fünf Prozent davon im Abo vermarktet würden, läge das Potenzial demnach bei mehr als 15.000 Stück pro Jahr.

„Wir merken, dass sich der Markt vor allem durch Mundpropaganda weiterentwickelt. Egal, ob aus der Abonnenten-Perspektive oder aus der Handelsseite. Die Autobranche ist ein People's Business“, sagt Daniel Garnitz. Die Kampagne soll also das Thema Auto-Abo noch bekannter machen. Mit dem erhofften Geld aus der Crowdfunding-Kampagne wolle man vor allem das eigene Key-Account-Team für Händlerpartner erweitern. Aktuell arbeiten mehr als 35 Beschäftigte für Faaren.

Daneben ergänzt das Unternehmen auch sein Portfolio. Erst kürzlich hat das Start-up neben Fahrzeugen auch E-Bikes in den eigenen Produktkatalog aufgenommen. Seit wenigen Tagen zählen nun auch Vespas dazu. „Wir stellen uns im Mobility-Bereich immer weiter horizontal auf. Camper, Motorräder etc. werden im kommenden Jahr ebenso dazukommen. Für all das ist eine große Crowd im Hintergrund als Multiplikator nahezu perfekt“, so Garnitz. Perspektivisch plant das Start-up eine eigene Community zu entwickeln, die beispielsweise regelmäßig Zugriff auf exklusive Abo-Angebote erhalten soll.

„Wir befinden uns immer in einer Finanzierungsrunde“

Im kommenden Jahr will Faaren außerdem weitere Märkte erobern. Neben Deutschland hat das Unternehmen mit der Amag bereits auch einen Großkunden in der Schweiz. Für eine weitere Expansion braucht es aber mehr als das Crowdfunding. „Wir befinden uns immer in einer Finanzierungsrunde“, sagt Garnitz.

Die Ziele der Firma klingen ambitioniert: „Mithilfe unseres Software-as-a-Service-Produkt werden Händler in der Lage sein, sich selbst weltweit zu registrieren und ihr Abo-Modell individuell zusammenzubauen.“ Auch geschlossene Shop-Systeme seien damit denkbar. Beispielsweise könnten Geschäftskunden, die bislang Fahrzeuge leasen, Modelle auch digital beim Händler abonnieren – „zwischen einem Tag und drei Jahren“, wie der Faaren-Chef sagt. Derzeit läuft ein Auto-Abo bei Faaren im Durchschnitt mehr als elf Monate.

Faaren wurde im Herbst 2018 gegründet. Seitdem haben mehrere namhafte Geldgeber in das Unternehmen investiert. Zu den größten Investoren zählen beispielsweise der Helvetia Venture Fund, die Gründer von Flixbus (SEK Ventures) und die Kroschke-Gruppe.

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