Hohe Spritpreise

Erd- und Autogasantrieb als Alternative für Sparfüchse?

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Anzahl der Tankstellen:

Im Vergleich zu Autogas ist die Verfügbarkeit von CNG an deutschen Tankstellen deutlich schlechter. Die Zahl der Zapfsäulen ist zuletzt tendenziell weiter gesunken und liegt aktuell unterhalb von 800. Zudem konzentrieren sich die Standorte auf Nord- und Westdeutschland, während das Angebot im Nord- und Südosten dünn ist. Lange Touren sind so höchstens mit Vorplanung oder mit einem hohen Fahrtanteil im Benzinbetrieb möglich, was Kosten- und Umweltvorteile zunichte macht.

Verfügbarkeit der Fahrzeuge

Ende der 2010er-Jahre hat der VW-Konzern noch einmal eine Erdgas-Offensive gefahren – auch, um die sinkenden Diesel-Verkäufe in der Folge des Abgas-Skandals auszugleichen. Doch die Nachfrage blieb vor allem bei Privatkunden gering. Einige Modelle wie den VW Golf, den Seat Arona und den Audi A4 gibt es aber weiterhin mit CNG-Antrieb. Die Preise liegen meist nur einige Hundert Euro höher als die der vergleichbaren Benziner.

Prinzipiell ist auch eine Nachrüstung von Erdgasantrieb möglich, allerdings ist sie sehr teuer und aufwändig, so dass sie in der Praxis kaum vorgenommen wird. Beste Option für den Kauf eines Gasautos ist also der Gebrauchtwagenmarkt. Bei Modellen älterer Baujahre ist aber mit hohen Wartungskosten zu rechnen, da alle drei bis fünf Jahre die mehrere-Hundert-Euro-teure Druckbehälterprüfung ansteht.

Für wen sich ein Erdgasauto lohnt

Wie beim Autogasauto rechnen sich die niedrigeren Kraftstoffkosten umso mehr, je mehr man fährt. Mit Erdgas ist das allerdings angesichts des dünnen Tankstellennetzes deutlich schwieriger zu machen als mit LPG. Beliebt ist und war Erdgas daher vor allem für den Betrieb von Taxis und ähnliche Einsatzzwecke im Nahbereich rund um die heimische Tankstelle. Gegen den Umstieg auf Erdgas als Kraftstoff spricht aktuell zudem die unsichere Liefersituation aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine.

Wer heute schon ein Erdgas- oder Autogasfahrzeug fährt, darf sich über vergleichsweise günstige Energiekosten freuen. Zwar steigen auch für die Alternativ-Kraftstoffe die Preise, gegenüber Benzin und Diesel bleibt der Betrieb aber günstiger. Ob sich aktuell ein Umstieg lohnt, hängt nicht zuletzt von den Anschaffungs- oder Umrüstkosten ab.

Ist die Differenz zu einem normalen Verbrenner gering und sind die Fahrleistungen hoch, kann sich der Wechsel zu Gas lohnen. Langfristig dürfte sich aber kein Verbrenner-Auto mehr als Sparmobil eignen, sowohl was Energiekosten als auch Wiederverkaufswert angeht. Wer aufgrund hoher Spritpreise dringend wechseln will, sollte daher auch ein E-Auto als Alternative in Betracht ziehen.

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