Hohe Spritpreise

Erd- und Autogasantrieb als Alternative für Sparfüchse?

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Verfügbarkeit der Fahrzeuge

Ab Werk bieten aktuell nur Dacia, Renault und Fiat Autogas-Modelle an. Der Aufpreis gegenüber dem reinen Benziner ist häufig überschaubar, Dacia verlang beim Kleinwagen Sandero beispielsweise einen Mehrbetrag von rund 500 Euro, bietet das LPG-Auto aber nur in den höheren Ausstattungslinien an, so dass mindestens 12.250 Euro fällig werden.

Alternativ lassen sich viele konventionelle Benziner von Fachwerkstätten auf Autogasantrieb umrüsten, was rund 2.000 bis 4.000 Euro kostet. Im Ausgleich ist eine Reduzierung der Kfz-Steuer möglich, wenn das Basisfahrzeug nach 2009 erstmal neu zugelassen wurde.

Für wen sich Autogas lohnt

Wer zwischen einem Benziner und einem Autogasauto schwankt, kann mit dem Autogasfahrzeug unterm Strich durchaus billiger fahren. Zumindest dann, wenn der Aufpreis nicht zu hoch ausfällt und im Jahr genug Kilometer zusammenkommen, um von den günstigeren Kraftstoffkosten zu profitieren. Im Gegenzug muss man mit der eingeschränkten Fahrzeugauswahl und einem in manchen Regionen dünnen Tankstellennetz klarkommen.

Finanziell interessant ist Autogas aber auf jeden Fall, wenn man ein Liebhaber-Fahrzeug mit sehr hohem Verbrauch umrüsten lässt. Gerade US-Autos mit großvolumigen Saugmotoren werden aus Kostengründen gerne mit LPG betrieben.

Erdgas (CNG) – Aktuelle Betriebskosten

Den Berechnungen des Bundeswirtschaftsministeriums zufolge ist Erdgas zumindest bei Klein- und Kompaktwagen konkurrenzlos günstig: 5,93 Euro pro 100 Kilometer fallen in dieser Klasse an Energiekosten an, rund 5 Euro weniger als bei Super. In der Mittelklasse überholen jedoch E-Antrieb und Autogas die CNG-Technik, die mit 7,03 Euro aber immer noch deutlich günstiger fährt als Benziner und Diesel.

Künftige Preisentwicklung

Wie auch Benzin, Diesel und Autogas ist Erdgas in den vergangenen Monaten teurer geworden, wenn auch nicht so schnell und in dem Maße wie die Konkurrenz-Kraftstoffe. Wie es in den kommenden Monaten weiter geht, hängt von der generellen Erdgas-Verfügbarkeit ab, denn auch Energieerzeuger und Chemieindustrie benötigen das Gas.

Eine spürbare Erhöhung der Tankstellenpreise spätestens ab Herbst ist nicht unwahrscheinlich. Zumindest was die Steuern angeht, ist CNG bis 2024 jedoch auf der sicheren Seite. Bis dahin bleibt die aktuell geltende Ermäßigung auf jeden Fall bestehen, dann wird sie bis 2026 stufenweise abgebaut.

Umweltaspekt

Glänzen kann Erdgas vor allem bei der CO2-Bilanz, die um 20 bis 25 Prozent besser ist als bei einem Benziner. Im Vergleich zum Diesel fallen zudem die Stickoxidwerte viel niedriger aus. Anders als bei Autogas gibt es zwar die konkrete Option einer CO2-neutralen Variante in Form von Bio-Methan, in großem Stil und zu vernünftigen Kosten ist der Alternativ-Kraftstoff aber nicht auf dem Markt. Somit dürfte es das kohlenstoffhaltige Gas auf dem Weg zur klimaneutralen Mobilität schwer haben, nicht abgehängt zu werden.

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