Mikromobilität Enuu in Berlin: Muss der Sharing-Anbieter nach einigen Wochen schon aufgeben?

Autor: Svenja Gelowicz

Die Ministromer des Schweizer Mobilitätsanbieters Enuu fahren erst seit Kurzem durch Berlin. Es könnte bei einem kurzen Gastspiel bleiben – denn ähnlich wie bei E-Scootern sorgen falsch geparkte Fahrzeuge für Ärger.

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Enuu in Berlin: War's das?
Enuu in Berlin: War's das?
(Bild: Enuu)

Sie sind eine Kreuzung aus E-Auto und Roller und sollen seit Ende Mai in Berlin im Sharing-Betrieb einen Beitrag zur Verkehrswende leisten. Für Aufmerksamkeit sorgt jedoch vielmehr wiederkehrender Zoff um achtlos abgestellte Fahrzeuge auf Gehwegen. Das könnte das Aus für Enuu nach nur wenigen Monaten bedeuten: Das Schweizer Unternehmen stellt das Angebot vorerst ein. Das hat das Online-Portal „Golem“ zuerst berichtet. Per Newsletter habe das Unternehmen mitgeteilt, dass es Enuu nicht gelungen sei, „eine Vereinbarung zu treffen, die es unseren Nutzern ermöglichen würde, die Fahrzeuge auf bequeme Weise parken zu können.“

Die Gespräche mit den Berliner Behörden dauerten noch an, teilte Enuu auf Anfrage von Next Mobility mit: „Sobald eine faire Lösung gefunden ist, könnte Enuu seinen Sharing-Service in Berlin wieder eröffnen.“

Enuu ist schon länger in der Schweiz mit seinen E-Kabinenrollern unterwegs. Auch dort gab es Ärger – der darin gipfelte, dass Städte wie Basel oder Zürich die Fahrzeuge entfernen ließen.

Auch bei E-Scootern greifen Städte vermehrt ein: In Köln und Düsseldorf denken Verantwortliche über ein Nachtfahrverbot nach, in der französischen Hauptstadt Paris dürfen nur noch drei Anbieter die Mikromobile verleihen, außerdem gelten falsch geparkte Scooter als Sperrmüll. Und auch andere europäische Metropolen denken über striktere Regeln nach.

Verleiher Enuu: E-Kabinenroller für Städter

Enuu war Ende Mai in Berlin mit vorerst 150 Fahrzeugen angetreten. Die Schweizer verleihen die maximal 30 km/h schnellen E-Kabinenroller nach dem Free-Floating-Prinzip. Für die Fahrzeuge reicht ein Moped-Führerschein, pro Minute kosten sie 19 Cent.

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Redakteurin im Ressort Management