Emissionsziele 2025: Welche Antriebsvariante lohnt sich im Transportsektor?

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Batterieelektrische Antriebe etablieren sich bei kleinen Lieferfahrzeugen bereits heute, doch m mittleren und schweren Lastwagensegment nimmt die Nachfrage erst in fünf bis zehn Jahren an Fahrt auf. Doch welche Powertrain-Lösung wartet mit den günstigsten Kosten auf?

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(Bild: Clipdealer)

Nicht nur Automobilhersteller arbeiten mit der Weiterentwicklung alternativer Antriebe an der Reduktion von CO2-Emissionen. Auch die Lkw-Hersteller sind gefragt, an Alternativen für Dieselfahrzeuge zu arbeiten: Aktuell liegt der jährliche CO2-Ausstoß von Lastwagen europaweit bei ca. 430 Mio. Tonnen. Schwerlastwagen tragen hierzu mit 86 Milliarden auf Europas Straßen zurückgelegten Kilometern pro Jahr ihren Teil bei.

Hinsichtlich der Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership/TCO: Energiekosten, Wartungskosten, Abschreibungen aufs Fahrzeug) bleiben Schwerlastwagen mit Dieselantrieb laut einer aktuellen PwC-Analyse mit einem TCO von 57 Cent pro Kilometer auch 2030 die günstigste Option. Batterieelektrische Schwerlastwagen liegen bei 68 Cent pro Kilometer, Wasserstoffmodelle bei 65 Cent pro Kilometer und ein mit synthetischem Kraftstoff betriebener Lkw bei 95 Cent pro Kilometer (für 2030).

120 Ladeparks in Europa wären ausreichend

Da Schwerlastwagen hauptsächlich auf Autobahnen und zentralen Transitrouten unterwegs sind, ist auch die erforderliche initiale Infrastruktur für alternative Antriebstechnologien überschaubar: Für ein erstes flächendeckendes Schnellladenetz in Europa wären etwa 120 Schnellladeparks für Lkw an den meist befahrenen Strecken ausreichend. Die Einrichtung der Schnellladestationen wären mit Infrastrukturinvestitionen in Höhe von 2,5 Mrd. Euro für ein flächendeckendes Netzwerk verbunden.

Für wasserstoffbetriebene Lkw wären 70 Tankstellen erforderlich (2,2 Mrd. Euro Infrastrukturinvestment für ein flächendeckendes Netz) und für Oberleitungslastkraftwagen bräuchte es rund 21.500 km Leitungen (36,2 Mrd. Euro Infrastrukturinvestment für ein flächendeckendes Netz). Da synthetische Kraftstoffe auch an herkömmlichen Tankstellen ausgegeben werden könnten, wären mit diesem Szenario keine zusätzlichen Infrastrukturkosten verbunden und die Schwerlastwagen könnten in Europa weiterhin die ca. 2.400 bestehenden Autobahntankstellen anfahren.

Die teils sehr hohen Energiekosten alternativer Antriebsarten sind vor allem auf Verluste in der Energieumwandlung zurückzuführen. Welche Antriebsart auf dem Weg zu klimaneutralen Trucking am besten geeignet ist, hängt vom konkreten Anwendungsfall und der Fahrzeugkategorie ab. Übliche Fahrstrecken, Nutzlast, Pausenzeiten, aber auch Umweltvorgaben je nach Einsatzgebiet weichen über die Lkw-Segmente vom kompakten Lieferwagen zum Schwerlastwagen massiv voneinander ab.

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