Chinesische Fabrikate Emil Frey holt Great-Wall-Modelle nach Deutschland

Von Jens Rehberg

Letzte Woche erst hat BYD seinen Deutschland-Importeur vorgestellt – jetzt kommt Great Wall mit der Ansage, die beiden Marken Ora und Wey zusammen mit Emil Frey hierzulande flächendeckend verkaufen zu wollen.

Das Wey-SUV „Coffee 01“ ist mit 4,87 Metern deutlich länger als beispielsweise Audi Q5 oder Mercedes GLC.
Das Wey-SUV „Coffee 01“ ist mit 4,87 Metern deutlich länger als beispielsweise Audi Q5 oder Mercedes GLC.
(Bild: Andres Wehner)

Noch im Schlussquartal dieses Jahres will Emil Frey die ersten Einheiten des Ora-BEVs »Funky Cat“ und des PHEV-SUVs „Coffee 01“ von Wey an Kunden ausliefern. Das hat der chinesische Hersteller Great Wall Motors am Montagabend in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Great Wall hatte die beiden Modelle bereits letztes Jahr zur Münchner IAA mitgebracht und dort auch schon den jetzt konkretisierten Markteintritt angekündigt.

Deutschland soll den Brückenkopf für den Autobauer in Europa bilden, andere größere Märkte sollen bald ebenfalls bearbeitet werden. Im September will Great Wall ein „umfassendes und technologisch führendes Fahrzeugangebot“ für Europa vorstellen. Emil Frey soll dabei hauptverantwortlich für den Import, die Distribution, die Logistik sowie alle Aftersales-Aktivitäten der GWM-Modelle sein.

„Flächendeckende Vermarktung mit einem starken Händlernetz“

Der ehemalige Ford-Deutschland-Chef Wolfgang Kopplin, der seit vier Jahren im Vorstand bei Emil Frey aktiv ist, kommentiert laut Pressemitteilung: „Als wir uns Anfang 2020 für ein erstes Gespräch mit dem Top-Management von Great Wall getroffen haben, war ich sofort von der technischen Reife und Qualität der Fahrzeuge überzeugt.“ Er freue sich, die Kompetenzen der beiden Unternehmen „partnerschaftlich zu bündeln“ und „gemeinsam den Schritt in die flächendeckende Vermarktung mit einem starken Händlernetz zu gehen.“

Great Wall gehört zu den größten chinesischen Autobauern und beschäftigt weltweit über 60.000 Mitarbeiter. Der Hersteller setzte im vergangenen Jahr rund 1,3 Millionen Einheiten ab (plus 15 Prozent im Vergleich zu 2020) – davon knapp 143.000 außerhalb Chinas. Great Wall ist nach eigenen Angaben in mehr als 60 Ländern aktiv.

Ora ist die Lifestyle-orientierte Elektromarke im Great-Wall-Fabrikatsportfolio. Etwas länger als Ora – nämlich seit 2016 – gibt es die Premium-SUV-Marke Wey, benannt nach Jack Wey, dem Gründer von Great Wall.

Wer ist Emil Frey?

Emil Frey ist die größte Autohandelsgruppe in Europa. In Deutschland verkaufte das Unternehmen 2021 über seine 80 Autohäuser rund 70.000 Neu- und 40.000 Gebrauchtfahrzeuge. Das Institut für Automobilwirtschaft rechnete den letzten Jahresumsatz der Gruppe hierzulande auf circa 2,7 Milliarden Euro hoch. Für Mitsubishi und Subaru fungiert die Handelsgruppe als Importeur – darüber hinaus hält Emil Frey über 25 weitere Vertriebsverträge. International ist das Unternehmen mit über 23.000 Mitarbeitern an 680 Standorten aktiv.

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