Die Perspektiven der Automobilindustrie

Seite: 2/2

Neue Technologien zeigen ihr Potential

In Deutschland stieg der Absatz von Elektro- und Hybridfahrzeugen zwischen Januar und November auf 48.300 Einheiten – gemessen am gleichen Vorjahreszeitraum ein beachtlicher Zuwachs von 116 Prozent. Dabei lag der Anteil von Elektrofahrzeugen an allen Pkw-Neuzulassungen im November erstmals auf Monatsbasis bei mehr als zwei Prozent. Einen zusätzlichen Wachstumsimpuls setzen die Wechselprämien, die im Zuge des Ersatzes älterer Dieselfahrzeuge ausgezahlt werden.

„Dabei verläuft der Übergang in die Elektro-Ära – auch das ist eine Lehre der vergangenen Monate – schneller als erwartet“, erläutert Christoph Stürmer, Global Lead Analyst von PwC Autofacts. Das zeigt sich unter anderem am Absatzrückgang bei Diesel-Fahrzeugen insbesondere in Deutschland. Nachdem die Neuzulassungen in der EU und im EFTA-Raum bereits in diesem Jahr von 49 Prozent auf 45 Prozent fielen, rechnet PwC Autofacts für 2018 mit einem weiteren Rückgang auf dann nur noch 40 Prozent.

„Kurzfristig stellt diese Entwicklung die Autohersteller und Zulieferer vor enorme Herausforderungen. Auf mittlere Sicht dürfte die Umstellung der Antriebsarten allerdings zu einem der wichtigsten Volumentreiber für die Autoindustrie überhaupt werden“, erklärt Christoph Stürmer, Global Lead Analyst von PwC Autofacts.

Die Elektrifizierung der Modellpalette

Zu dieser Entwicklung passt, dass praktisch alle großen Hersteller in den vergangenen Monaten ankündigten, die Zahl ihrer (teil-)elektrisch betriebenen Modelle in den kommenden Jahren signifikant steigern zu wollen. Toyota zum Beispiel will bis 2023 exakt 40 solcher Modelle anbieten (zum Vergleich: 2016 waren es 25), bei Volkswagen sollen es 27 sein (2016: 8), bei Ford 29 (2016: 7) und bei Mercedes-Benz 32 (2016: 16).

„Im Zuge dieser Ausweitung des Angebots wird der Absatz von batteriebetriebenen Fahrzeugen sicherlich nach oben getrieben – zumal die Vorbehalte, die aus Kundensicht bislang gegen alternative Antriebe sprachen, weiter ausgeglichen werden“, sagt Stürmer. Auch hier ist Deutschland ein gutes Beispiel: So soll sich die Zahl der öffentlichen Ladesäulen 2018 auf gut 30.000 verdreifachen.

Es gibt nicht nur einen Volumentreiber, sondern mehrere

Zu Volumentreibern könnten neben der Elektrifizierung auch weitere Mobilitätstrends wie Car-Sharing oder Autonomes Fahren werden. Denn: Es handelt sich hierbei um keine separaten technologischen Entwicklungen, sondern um die miteinander verknüpften Treiber zukünftiger Mobilitätskonzepte. In diesem Zusammenhang ist die Nachricht, dass der Mitfahrdienst Uber bei Volvo in den nächsten Jahren 24.000 selbstfahrende Autos (sogenannte „Robo-Taxis“) bestellen will, ein wichtiger Indikator.

„Die Vereinbarung zwischen Uber und Volvo könnte eines jener Ereignisse sein, das die Zukunft der Automobilindustrie gewissermaßen vorwegnimmt. Und das gleiche gilt beispielsweise auch für die Entscheidung, unter der Marke smart zukünftig nur noch Elektrofahrzeuge anzubieten“, erklärt PwC-Experte Stürmer.

„Innovative Produkte und Technologien haben schon 2017 ihr Potenzial gezeigt – zunehmend kann man die Strategien erkennen, die die weitere Zukunft gestalten werden. Die neuen Mobilitätskonzepte, die durch Sharing und autonomes Fahren möglich werden, treiben die fundamentale Veränderung der Automobilindustrie voran. Für 2018 erwarten wir deshalb ein spannendes Jahr, in dem die angestoßenen Veränderungen deutlicher zum Tragen kommen und sich weiter positiv auswirken können“, so PwC-Partner Kuhnert.

(ID:45062358)