Index Elektromobilität 2021 Deutschland rutscht bei Technologie für E-Autos im Ländervergleich auf Platz drei

Autor: Svenja Gelowicz

Elektromobilität im Ländercheck: Wo Deutschland im Vergleich mit den sechs weiteren großen Automobilnationen steht, zeigt eine neue Analyse der Beratung Roland Berger gemeinsam mit dem Entwicklungsdienstleister Fka.

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Der Index Elektromobilität untersucht die Länder in den Bereichen Technologie, Markt und Industrie.
Der Index Elektromobilität untersucht die Länder in den Bereichen Technologie, Markt und Industrie.
(Bild: Daimler)

Deutschland verbessert sich im Elektromobilitäts-Gesamtranking auf Platz zwei. Platz eins belegt China. Das ist ein Ergebnis des Index Elektromobilität 2021 der Unternehmensberatung Roland Berger und des Entwicklungsdienstleisters Fka. Die Studie vergleicht jährlich die sieben großen Autonationen Deutschland, China, Frankreich, Italien, Japan, Südkorea und USA miteinander. Der Index untersucht die Länder dabei vor allem in den Bereichen Technologie, Markt und Industrie. Dabei fällt auf, dass die Studienautoren Deutschland in der Kategorie Technologie um zwei Plätze nach unten stufen.

Kategorie Technologie

In allen Märkten fokussiert sich die staatliche Unterstützung weniger auf Forschung und Entwicklung, sondern zunehmend auf Kaufanreize für E-Modelle und Infrastruktur. Deshalb bewertet der Elektromobilitätsindex lediglich die Fahrzeugleistung in der Kategorie Technologie. Deutschland fällt aufgrund der neuen Bewertungskriterien vom ersten auf den dritten Platz zurück. Stattdessen übernimmt Südkorea die Führung.

Die Autoren begründen das damit, dass südkoreanische Autobauer die Technologie ihrer bestehenden Modelle weiter verbessern und weniger neue Fahrzeuge in den Markt bringen. Die Leistung habe sich so verbessert, die Preise für die Modelle sind gestiegen - jedoch immer noch in einem guten Verhältnis zur Leistung. Die Chinesen wiederum verbesserten stetig Reichweite, Effizienz und Sicherheit ihrer E-Modelle. Zwar steigen auch die Preise, sie sind jedoch immer noch niedriger als die Autos der anderen Nationen.

Kategorie Markt

Deutschland belegt im Bereich Markt vor Frankreich und China den ersten Platz. Fast 400.000 Elektroautos wurden im vergangenen Jahr neu zugelassen. Das bedeutet ein Plus von über 250 Prozent. Misst man die Stückzahlen, so ist Deutschland hinter China nun der zweitgrößte Markt für Elektroautos. Der Anteil der Elektrofahrzeuge in Deutschland am Gesamtmarkt stieg auf 12,6 Prozent, wobei die staatliche Förderung in Form von Kaufprämien den positiven Trend unterstützte. In Frankreich, wo der Elektroauto-Anteil bei 9,5 Prozent liegt sowie in Italien und Südkorea gingen die Absatzzahlen von Elektrofahrzeugen ebenfalls deutlich nach oben. Demgegenüber verzeichneten die USA und China nur moderate Zuwächse.

Kategorie Industrie

Mit Blick auf die gefertigten Stückzahlen dominiert China weiterhin sowohl bei E-Autos als auch bei Batteriezellen. Die Produktion von vollelektrischen Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden wird im Zeitraum von 2018 bis 2023 nach Prognose der Studienautoren um 13 Prozent gegenüber der Vorperiode steigen. Auch im Bereich Batterien intensiviert das Reich der Mitte die Produktionsaktivitäten: Bis 2023 dürfte China mehr als 70 Prozent der global nachgefragten Volumen liefern.

Deutschland verbessert sich im Industrie-Ranking um eine Position auf Platz drei. Vor allem, weil die deutschen Hersteller die zweitgrößte Anzahl an Elektroautos fertigen. Die deutschen Produktionskapazitäten für Batteriezellen sind jedoch vergleichsweise gering. „Deutschland ist auf einem guten Weg. Doch der Rückstand bei der Zellproduktion kann nur durch hohe Investitionen und kontinuierliche Optimierungen der Technologie, wie der Zellchemie, verringert werden“, sagte Studienautor Wolfgang Bernhart.

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Redakteurin im Ressort Management