Nachtzüge Deutlich mehr Verbindungen ab 2021

Autor: Sven Prawitz

Vier europäische Staatsbahnen schließen sich zusammen und bauen den Nachtzugverkehr aus. Die erste zusätzliche Linie soll im Dezember 2021 starten.

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Das Netz der Nachtzüge wird in Europa ab Dezember 2021 deutlich ausgebaut.
Das Netz der Nachtzüge wird in Europa ab Dezember 2021 deutlich ausgebaut.
(Bild: DSC_1901 / Bartłomiej Jasiński / CC BY 2.0)

Die EU-Kommission stellt heute (9. Dezember) ihre Pläne für die Verkehrswende vor. Unter anderem sollen bis 2030 doppelt so viele Hochgeschwindigkeits-Züge fahren als heute, berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ). Neben den vielen Absichtserklärungen des Arbeitspapiers gibt es jedoch auch etwas konkretes zu verkünden: Auf der Verkehrsministerkonferenz gestern haben die Staatsbahnen von Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz einen deutlichen Ausbau des Nachtzugangebots beschlossen. Schon von 2021 an soll es neue Verbindungen quer durch Europa geben, berichtet die SZ.

Nachtzüge verbinden Europas Metropolen

Den Start machen im Dezember 2021 die Linien Wien-Paris (über München) und Zürich-Amsterdam (über Köln). Jeweils zum Fahrplanwechsel im Dezember folgen dann Zürich-Rom (2022), Berlin-Paris und Berlin-Brüssel (beide 2023) sowie Zürich-Barcelona (2024). Laut SZ scheinen sich die Bahnbetriebe für den grenzüberschreitenden Verkehr zusammenschließen zu wollen.

Man glaube fest daran, dass Nachtzüge eine Schlüsselrolle in der europäischen Mobilität spielen werden, zitiert der Spiegel den französischen Staatsminister für Verkehr, Jean-Baptiste Djebbari. „Sie sind umweltfreundlich und werden das Interesse unserer Bürger am Zugfahren steigern.“ Weiter heißt es dort, die zusätzlichen Verbindungen würden weiterhin unter der Marke „Nightjet“ der österreichischen Bundesbahn (ÖBB) angeboten. Die Deutsche Bahn wolle zwar in Personal und Vertriebssysteme investieren, die für das ausgebaute Netz nötigen Züge und Wagen werde aber die ÖBB anschaffen. Die neuen Züge seien zudem ein Grund, weshalb es erst in einem Jahr und dann gestaffelt losgeht mit den neuen Verbindungen: Die Lieferzeit der Loks betrügen etwa 18 Monate zitiert der Spiegel das Beratungsunternehmen SCI Verkehr.

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Fachredakteur, »Automobil Industrie« und Next Mobility