Den Raddurchmesser von Schienenfahrzeugen ermitteln

Redakteur: Hendrik Härter

Es war bislang schwierig, den Verschleiß bei den Rädern von Eisenbahn, U-Bahn und Straßenbahn schnell und zuverlässig zu messen. Ein tragbares Messgerät ermittelt mit Laser den Raddurchmesser und sendet die Messewerte drahtlos an einen Computer oder PDA.

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Mit dem System IDK von Disynet lässt sich der Raddurchmesser von Zügen oder U-Bahnen ermitteln.
Mit dem System IDK von Disynet lässt sich der Raddurchmesser von Zügen oder U-Bahnen ermitteln.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Rad- und Schienenmaße werden oft mit einer Schiebelehre gemessen. Teilweise müssen zur Prüfung die Achsen sogar vorher demontiert oder in die Werkstatt gebracht werden. Zudem sind Messgenauig-keit und Einfachheit des Prüfvorgangs nicht immer überzeugend. Manchmal müssen die Messergebnisse umständlich händisch notiert und später in einen Computer eingegeben werden. Dieses aufwendige Prozedere gehört nun aufgrund einer neuen Generation mobiler Messgeräte, die Raddurchmesser, Radprofil und Radabstand schnell und präzise messen, der Vergangenheit an.

Das Messprinzip

Der Raddurchmesser-Messtaster IDK misst den Raddurchmesser mit der 3-Punkte-Technik, so dass eine vorherige Raddemontage wegfällt. Das Gerät wiegt 500 g und wird mithilfe der integrierten Magnete auf dem Bahnrad befestigt. Der Taster des Messgerätes wird dann mit zwei Kugeln auf der Lauffläche positioniert. Zwei seitliche Führungen dienen der Ausrichtung des Messtasters auf der Lauffläche. Die Werte werden durch die Messspitze aufgenommen. Die Messmethode fußt auf der Durchmesserberechnung, basierend auf dem bekannten Abstand zwischen den beiden Kugeln. Das Gerät misst dann den Abstand zur Radoberfläche. Die Messergebnisse können sofort am Gerät abgelesen werden. Dank Bluetooth zum optionalen Handcomputer (PDA) fällt auch das umständliche und zeitaufwendige Notieren der Resultate weg. Vor einer Messung wählt man das richtige Radschema, dem man dann komfortabel die Messergebnisse zuordnen kann. Der Messtaster kann für eine breite Palette von Bahnraddurchmessern verwendet werden. Aufgrund der automatischen Temperaturkorrektur der Messergebnisse erhält man zudem sehr stabile Ergebnisse bei einer Arbeitstemperatur von -15 bis 50 °C.

Mit einem Bahnradreifen-Profilmessgerät IKP-5 auf Basis von Lasertechink können Parameter wie Höhe (sH), Stärke (sD), Neigung (qR) und die Felgenstärke sowie das Gesamtprofil des Radreifens schnell und bestimmt werden. Das Lasermodul wird mit Magneten direkt auf dem Rad befestigt, es misst das Profil berührungslos über Laser-triangulation. Die Messung wird von einem PDA aus über Bluetooth gestartet und ist somit auch an schwer zugänglichen Stellen einfach durchzuführen.

Die Messungen können hierbei während einer Prüfung, nach einer Reparatur oder der Herstellung von Bahn-Radsätzen direkt am rollenden Material durchgeführt werden. Die Lasertriangulation ermöglicht eine Messung mit ±0,1 mm in wenigen Sekunden, die Scanergebnisse der berührungslosen Oberflächenabtastung werden drahtlos an das PDA am Handgelenk des Anwenders übertragen. Gleichzeitig werden zusätzliche Parameter gespeichert: wer misst, Seitenkennung (linkes oder rechtes Rad) sowie die Nummer der Achse, der Lokomotive/des Wagens oder des Drehgestells. Das Gerät ist sowohl in der Halle als auch im Freien einsetzbar und passt zu jeder Art von Rädern und Profilen.

Zwei Messgeräte zur Auswahl

Zur Messung der inneren Abstände von Straßenbahnrädern im Rahmen von Prüfungen, Wartungen und Reparaturen gibt es zwei verschiedene Gräte. Beide Typen ermöglichen Messungen direkt an den Bahnen. Bei der ersten Variante des Laser-Abstandsmessers IMR muss dieser auf die Bahnschienen an die eine Seite des zu messenden Räderpaars gelegt werden. Eine digitale numerische Anzeige und Steuertasten auf der Vorderseite des Messgeräts sorgen für eine einfache Handhabung. Er besticht durch eine hohe Messgenauigkeit. Auch hier ist die Durchführung der Messung und die Speicherung der Daten über Bluetooth mit einem optional lieferbaren PDA am Handgelenk der messenden Person zur späteren Verwaltung der Daten auf dem PC möglich.

Das elektronische Radabstandsmessgerät IMR-L basiert ebenfalls auf der direkten Messung der inneren Radabstände mit einem Laser. Es wird jedoch mit Magneten an der Innenseite des einen Rads befestigt und misst von dort mit Lasertriangulation den Abstand zur Innenseite des gegenüber liegenden Rads. Auch dieser Sensor ist mit einer digitalen Anzeige zum sofortigen Überprüfen der Messergebnisse ausgestattet. Zudem ist ebenso wie bei den vorher beschriebenen Geräten eine Bluetooth-Anbindung an ein externes Gerät möglich.

Die wichtigsten Anforderungen an die Radkontrolle sind hohe Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Mobilität und Einfachheit der Bedienung inklusive automatischer Analyse und Protokollierung der Ergebnisse. Die beschriebenen Geräte ermöglichen eine kontinuierliche Verschleißüberwachung ohne besonderen Aufwand, was zu erheblichen Kosten- und Zeiteinsparungen führt. Die mitgelieferte Software ermöglicht zudem eine einfache Verarbeitung und Speicherung der Messergebnisse in einer Computerdatenbank. Die Geräte werden bereits bei Eisenbahnen in mehr als 30 Ländern auf der ganzen Welt erfolgreich eingesetzt.

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