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CO2-Kompass: Das E-Auto laden, wenn „grüner“ Strom fließt

Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Eine neu entwickelte Software veranschaulicht, woher der eingespeiste Strom zu einem bestimmten Zeitpunkt stammt.

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Wer sein E-Auto laden will, soll künftig nachvollziehen können, ob „grüner“ Strom zur Verfügung steht.
Wer sein E-Auto laden will, soll künftig nachvollziehen können, ob „grüner“ Strom zur Verfügung steht.
(Bild: Clipdealer)

Die Nachfrage wächst: Bereits am 1. Januar 2020 betrug der Bestand an Elektroautos auf deutschen Straßen laut Kraftfahrt-Bundesamt mehr als 136.600 Fahrzeuge. Im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum von mehr als 53.000. Zugleich haben zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer einer DLR-Studie folgend den Wunsch, Elektrofahrzeuge zu jenen Zeitpunkten zu laden, an denen der Strom vor allem aus erneuerbaren Quellen generiert wird.

Auch vor diesem Hintergrund hat ein Forschungsteam einen CO2-Kompass entwickelt. Die web-basierte Plattform macht für Kundinnen und Kunden transparent, woher der eingespeiste Strom stammt. In einem nächsten Schritt soll die Software unter anderem in eine „Smarte Ladesäule“ integriert werden. Sie ist in der Lage, bevorzugt dann zu laden, wenn „grüner“ Strom fließt.

Der CO2-Kompass basiert auf einer Schnittstelle zwischen der Datenbank des Verbandes Europäischer Übertragungsnetzbetreiber und der Datenbank des CO2-Kompasses. In der Datenbank werden die Stromproduktionsdaten für jeden der bundesweit vier Netzbetreiber und für Deutschland im Gesamten gespeichert. In fünfminütigen Abständen werden die Rohdaten übermittelt. Im nächsten Schritt folgt eine Berechnung der CO2-Werte auf Grundlage der Produktionszahlen. Eine sogenannte REST-Schnittstelle ermöglicht es schließlich, die Emissions-Informationen mit elektrischen Geräten zu koppeln – beispielsweise mit einer intelligenten Ladesäule.

Die intelligente Ladesäule erfragt über die Schnittstelle kontinuierlich den aktuellen Strommix inklusive zugehöriger Emissionswerte. Dementsprechend könnten die Ladevorgänge zeitlich angepasst werden. Auch eine Verknüpfung mit anderer Hardware, etwa Haushaltsgeräten, Wärmepumpen oder Klimaanlagen, wäre demnach denkbar.

Zudem lässt sich der CO2-Kompass grundsätzlich zur Visualisierung nutzen: „Man kann sich auf einer Webseite mit wenigen Klicks anhand eines Liniendiagramms die aktuellen Emissionen der deutschlandweiten Energieerzeugung ansehen oder aber einen bestimmten Zeitraum auswählen“, erläutert Projektleiter Prof. Dr. Hans-Jürgen Pfisterer. Die Forscher*innen sind davon überzeugt, dass Transparenz in der Energieerzeugung definitiv ein Schlüsselfaktoren sei, um sowohl im privaten Bereich als auch in der Wirtschaft Geräte möglichst emissionsarm nutzen zu können.

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