Umweltfreundliche Verkehrsmittel Busse sind auf Fernreisen umweltschonender als Züge

Autor: Sven Prawitz

Das Umweltbundesamt hat die Emissionen verschiedener Verkehrsmittel berechnet. Bei Fernreisen schneidet der Bus besser ab als die Bahn. Der Grund sind jedoch nicht die Fahrzeugen selbst.

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Fernlinienbusse haben laut Umweltbundesamt die beste Umweltbilanz auf der Langstrecke – besser als die Fernzüge der Bahn.
Fernlinienbusse haben laut Umweltbundesamt die beste Umweltbilanz auf der Langstrecke – besser als die Fernzüge der Bahn.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Bei Fernreisen haben Busse eine bessere Umweltbilanz als die Bahn. Das Umweltbundesamt (UBA) ermittelte für den Fernbus den niedrigsten CO2-Ausstoß und die geringsten Umweltkosten pro Personenkilometer. Das UBA hat verschiedene Verkehrsmittel auf Basis von Daten aus dem Jahr 2017 miteinander verglichen. Zugrunde liegen also die real zurückgelegten Strecken der Menschen.

Der Ausstoß je Personenkilometer liegt für Fernbusse bei 32 Gramm CO2-Äquivalent und für Fernzüge bei 46 Gramm CO2-Äquivalent. Und das, obwohl die Bahn auf der Langstrecke Ökostrom nutzt. Die Gründe hierfür liegen laut UBA vor allem im Energienetz. Die elektrische Energie bereitzustellen ist für über zwei Drittel der CO2-Emission verantwortlich.

Außerdem hat das Umweltbundesamt die Umweltkosten für die wichtigsten Verkehrsmittel berechnet. Neben den Schadstoffemissionen werden Flächenverbrauch, Fahrzeugproduktion und -nutzung sowie die Infrastruktur berücksichtig. Der Personenverkehr mit Fernbusen verursacht demnach Kosten von 83 Cent (Fernlinienbus) bzw. einem Euro (sonstiger Reisebus). Der Fernverkehr auf der Schiene hat dagegen einen Wert von 1,36 Euro je Personenkilometer. Ursache ist auch hier der Aufwand, der betrieben werden muss, um die Energie für die Züge bereitzustellen.

Die Daten zeigen die durchschnittlichen Umweltwirkungen und -kosten der Verkehrsarten in Deutschland. Sie gelten jedoch nicht für jede Betrachtung und jede Situation. Sie können zum Beispiel keine Systemänderungen abbilden: Nutzen Reisende den Zug statt ihr Auto, erhöht das zunächst die Auslastung der Bahn. Im Gegenzug entfallen Emissionen auf der Straße. Es entstehen aber keine oder nur sehr geringe zusätzliche Emissionen durch die Bahnfahrten, da keine zusätzlichen Züge eingesetzt werden.

Verband fordert niedrigeren Mehrwertsteuersatz

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer freut sich über die Zahlen des UBAs so sehr, dass er direkt den reduzierten Mehrwertsteuersatz für die Tickets fordert. Reisende sollen für Fernbusse lediglich sieben Prozent statt bisher 19 Prozent Mehrwertsteuer zahlen.

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Fachredakteur, »Automobil Industrie« und Next Mobility