Fahrdienste Britisches Elektroauto-Start-up baut Fahrzeug für Uber

Redakteur: Svenja Gelowicz

Günstig, zweckmäßig, elektrisch: Gemeinsam mit Uber-Fahrern entwickelt das Elektroauto-Start-up Arrival ein Fahrzeug für Mobilitätsdienste. Einen Zeitpunkt für den Produktionsstart gibt es bereits.

Firmen zum Thema

Bislang nur als Rendering: Wie das Arrival Car aussehen könnte.
Bislang nur als Rendering: Wie das Arrival Car aussehen könnte.
(Bild: Arrival)

Uber will ein eigenes Fahrzeug für seine Fahrdienste und vergibt den Auftrag an das britische Elektroauto-Unternehmen Arrival. Das Start-up mit Sitz in London soll für das US-amerikanische Unternehmen ein Fahrzeug entwickeln, das speziell auf Carsharing und Ridehailing-Dienste ausgerichtet ist. Das „Arrival Car“ soll in enger Zusammenarbeit mit Uber-Fahrern entstehen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Die Produktion soll im dritten Quartal 2023 starten, das erste Fahrzeugdesign will Arrival noch im laufenden Jahr präsentieren.

Die Anforderungen für das E-Taxi würden sich von einem klassischen Stromer unterscheiden. Ein typisches Ridehailing-Fahrzeug lege im Jahr zwischen 45.000 und 50.000 Kilometer zurück. Arrival wolle daher neben einen „Premium-Erlebnis“ für die Fahrgäste vor allem den Komfort und die Sicherheit der Fahrerinnen und Fahrer in den Vordergrund stellen. Arrival will seine „Small Vehicle Platform“ für das Fahrzeug nutzen. Bei dem 2015 gegründeten Start-up arbeiten weltweit eigenen Angaben zufolge über 1.800 Beschäftige.

Uber-Fahrer sollen elektrisch fahren

Der US-amerikanische Fahrdienst steht immer wieder in der Kritik wegen schlechter Arbeitsbedingungen. In Großbritannien muss Uber seinen Fahrern nun nach einem Gerichtsurteil Mindestlohn zahlen und andere Arbeitgeberleistungen anbieten. Uber will seine Mobilitätsdienste bis 2030 elektrifizieren – und seine Fahrer finanziell dabei unterstützen, sich ein E-Auto anzuschaffen. Daher soll das Arrival-Fahrzeug auch besonders günstig sein: „Das Arrival Car wird sich an den Bedürfnissen der Fahrer orientieren, um ein Fahrzeug zu schaffen, das erschwinglich, langlebig und begehrenswert ist“, sagt Tom Elvidge, verantwortlich für den Bereich Arrival Mobility UK und früherer Uber-Manager, in einer Mitteilung. Das Unternehmen entwickelt bereits ein Lieferfahrzeug für den Logistikdienstleister UPS.

Uber mit dickem Minus im ersten Quartal

„Die angekündigte Zusammenarbeit mit dem britischen Elektrofahrzeug-Entwickler Arrival zeigt, dass Uber immer wieder neue Wege geht, um sein Angebot an die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden anzupassen. Wenn die Menschen die Pandemie überstanden haben, wird sich dies auf die Bilanz des Unternehmens auswirken – mit einem wieder größeren Umsatzanteil für das Ride-Hailing-Business,“ sagt Alyssa Altman, Mobilitätsexpertin bei der Beratung Publicis Sapient.

Uber ächzt weiter unter der Corona-Krise, hat seinen Verlust zu Jahresbeginn aber deutlich verringert. In den drei Monaten bis Ende März verbuchte Uber unter dem Strich ein Minus von 108 Millionen Dollar (90,0 Mio Euro), wie das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte der Nettoverlust fast drei Milliarden Dollar betragen. Allerdings profitierte das Ergebnis diesmal von einem hohen Sondererlös durch den Verkauf von Ubers Roboterauto-Sparte.

Das Hauptgeschäft mit Fahrdienstvermittlungen litt weiter stark unter der Pandemie, hier nahmen die Erlöse um 65 Prozent ab. Eine wichtige Stütze bleibt in der Krise die Liefersparte um den Essensbringdienst Uber Eats, die ein Wachstum von 230 Prozent erreichte. Insgesamt sanken die konzernweiten Umsätze um elf Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar.

Mit Material von dpa

(ID:47389307)