Rohstoffe BMW startet in China mit Batterierecycling

Von Andreas Wehner

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Der Autobauer hat in China einen geschlossenen Materialkreislauf für Nickel, Lithium und Kobalt aus E-Auto-Batterien eingerichtet. Vor dem Recycling von Batterien kommt jedoch die Zweitverwendung.

...und gewinnt Nickel, Lithium und Kobalt zurück.
...und gewinnt Nickel, Lithium und Kobalt zurück.
(Bild: BMW )

BMW hat über sein Joint-Venture BMW Brilliance Automotive (BBA) in China einen Recyclingkreislauf für Batterien etabliert. Wie BMW mitteilte, enthält eine 100-kWh-Batterie im Schnitt knapp 90 Kilogramm Nickel, Lithium und Kobalt, wobei der Großteil auf Nickel entfällt. Diese Rohstoffe gewinnt BBA in Kooperation mit einem lokalen Recyclingunternehmen zu einem hohen Prozentsatz zurück.

Sie kommen anschließend bei der Produktion neuer Batteriezellen zum Einsatz. Das schone den Ressourcenverbrauch und reduziere gleichzeitig den CO2-Ausstoß um 70 Prozent. Die recycelten Batterien stammen aus voll- und teilelektrischen Entwicklungsfahrzeugen, Testanlagen, Produktionsausschuss und künftig auch aus Altfahrzeugen.

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China ist der weltgrößte Markt für E-Fahrzeuge. Die Gesamtmenge der ausgemusterten Batterien dürfte dort bis 2025 etwa 780.000 Tonnen erreichen. Gleichzeitig steigen die Rohstoffpreise schon jetzt kräftig. In China müssen Automobilhersteller zudem über ein Rückverfolgungssystem sicherzustellen, dass Hochvoltbatterien nachverfolgt und recycelt werden können.

Lückenlose Rückverfolgbarkeit

BMW hat hierfür laut Pressemitteilung ein System entwickelt, das über eine Kodierung die lückenlose Rückverfolgbarkeit der Batterien während ihres gesamten Lebenszyklus sicherstellt. Das soll gewährleisten, dass Batterien aus der gesamten Wertschöpfungskette von ersten Versuchsträgern bis zu bereits auf dem Markt befindlichen Fahrzeugen fachgerecht recycelt werden.

Nach der Rückgabe werden die Batterien hinsichtlich ihrer möglichen Weiterverwendung bewertet. Bei ausreichender Restkapazität kommen sie schon jetzt noch einmal in den BBA-Werken in Gabelstaplern zum Einsatz. Diese Zweitnutzung will BMW ausbauen. Künftig sollen die gebrauchten Batterien auch in Paletten-Hubwagen und stationären Energiespeichern verbaut werden. Wenn die Batterien nicht die Kriterien für eine Zweitverwendung erfüllen, werden sie recycelt.

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