Gelungener Umbau Ausgebranntes Wrack wird zum ersten und einzigen Elektro-Ferrari

| Autor: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Eine Geschichte wie vom Phoenix aus der Asche: Elektroauto-Spezialisten aus Kalifornien haben einen ausgebrannten Ferrari 308 GT vor der Schrottpresse gerettet und zum ersten 100% elektrisch angetriebenen Ferrari umgebaut.

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Vom Schrottplatz zurück auf der Straße: dieser Ferrari 308 GT von 1978 wird von drei Elektromotoren angetrieben, die zusammen 415 PS leisten und 660 Nm Drehmoment aufbringen.
Vom Schrottplatz zurück auf der Straße: dieser Ferrari 308 GT von 1978 wird von drei Elektromotoren angetrieben, die zusammen 415 PS leisten und 660 Nm Drehmoment aufbringen.
(Bild: Electric GT)

Nach einer Probefahrt in einem Tesla kündigte Ferrari-Chef Sergio Marchionne an, dass Ferrari niemals ein Elektroauto bauen werde und bezeichnete die Idee eines Ferrari ohne Verbrennungsmotor als „obszönes Konzept“. Dumm gelaufen für Sergio ist allerdings, dass nun das US-amerikanische Unternehmen Electric GT aus dem kalifornischen San Diego einen ausgebrannten Ferrari 308 GT restauriert zum Elektrofahrzeug umgebaut hat.

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Electric-GT-Chef Eric Hutshison war mit Freunden beim Biertrinken, als das Gespräch auf Elektroautos kam. Dabei kam die Idee auf, einen Ferrari auf Elektroantrieb umzurüsten – und schon bald stand ein ausgebranntes Exemplar vom Schrottplatz zum Umbau bereit. Dass ein Ferrari abfackelt ist nicht ungewöhnlich und der restaurierte 308 GT war da keine Ausnahme: Auslaufendes Benzin entzündete sich und das Feuer zerstörte Motor und Elektrik der roten Schönheit.

TV-Serie Magnum macht Ferrari 308 GT zum Kult

Bekannt wurde der Ferrari 308 GT mit der TV-Serie Magnum Bei dem, wie der Phoenix aus der Asche erstandenen Kult-Ferrari handelt es sich um ein Modell aus dem Baujahr 1978. Es ist der erste Ferrari mit reinem Elektroantrieb.

Begeisterte Ferrari-Fangemeinde

Die Spezialisten von Electric GT zerlegten das ausgebrannte Wrack der Ikone bis aufs blanke Chassis. Alle Teile, die noch zu gebrauchen waren aber für den Elektro-Ferrari nicht benötigt wurden fanden in der US-amerikanischen Ferrari-Gemeinde dankbare Abnehmer. „FerrariChat-Community nahm unser Projekt begeistert auf“, freut sich Hutshison. „es kamen eine ganze Menge Leute zu uns, um sich ein Bild vom Fortschritt des Projekts zu machen – manche flogen sogar quer durchs ganze Land.“

Neue Technik unter historischem Blech

Hutshison hat gemeinsam mit seinem Freund, dem Elektroauto-Spezialist Michael Bream ein elektrisches Antriebssystem für den Ferrari 308 GT entwickelt, das zu diesem Kultauto passt. „Beim Umbau solcher Fahrzeug-Ikonen muss man sehr vorsichtig sein“, erläutert Bream. „wenn wir ihre Geschichte erhalten wollen und trotzdem beeindruckende Fahrleistungen möchten. Die Technik wird immer besser und leben heute in einer Zeit, in der sogar elektrische SUVs schneller sind als ein Ferrari.“

Ein Porsche-Getriebe verkraftet das Drehmoment

So wurde der V8-Motor durch einen Antrieb aus drei AC-51-E-Maschinen mit einer Gesamtleistung von 347 kW (415 PS) und 660 Nm Drehmoment ersetzt. Der derzeit verbaute Akku mit 30 kWh erlaubt eine Reichweite von ca. 160 km, soll aber bald durch einen Akku mit der doppelten Kapazität ersetzt werden. „Wir hätten das Auto noch schneller machen und für mehr Reichweite sorgen können, aber wir haben uns dafür entschieden, es leicht zu halten damit das Original-Ferrari-Fahrgefühl bleibt“, ergänzt Hutchison. Damit hat der 308 GTE getaufte Sportwagen nun das doppelte Drehmoment wie vor dem Umbau. Um dieses in den Griff zu bekommen wurde ein 5-Gang-Porsche-Getriebe G50 5 mit Handschaltung eingebaut.

Der erste Elektro-Ferrari im Video:

Der Umbau des ausgebrannten Ferrari 308 GT zum Elektroauto (Teil 1):

Der Umbau des ausgebrannten Ferrari 308 GT zum Elektroauto (Teil 2):

Der Umbau des ausgebrannten Ferrari 308 GT zum Elektroauto (Teil 3):

Der Umbau des ausgebrannten Ferrari 308 GT zum Elektroauto (Teil 4):

Der Umbau des ausgebrannten Ferrari 308 GT zum Elektroauto (Teil 5):

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Redakteur, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.