Elektromobilität Ferrari Elettrica: Il futuro rosso ist ein Stromer

Von Susanne Braun 3 min Lesedauer

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Das erste reine Elektroauto des traditionsreichen Sportwagen-Herstellers Ferrari wurde am 9. Oktober 2025 mit technischen Details zu Chassis und Komponenten vorgestellt. Ferrari baut alle Komponenten selbst und will eine rekordverdächtige Energie- und Leistungsdichte liefern.

Die Technologien im Ferrari Elettrica.(Bild:  Ferrari)
Die Technologien im Ferrari Elettrica.
(Bild: Ferrari)

Während die Scuderia Ferrari in der Formel 1 eher etwas bremst, gibt der traditionsreiche Sportwagenbauer Ferrari S.p.A. Vollgas. Beim Capital Markets Day 2025 wurde der serienreife Chassis- und Komponentenentwurf für den ersten, rein elektrischen Ferrari vorgestellt, der Ferrari Elettrica. Nachdem das Unternehmen nach Verbrennern bereits mit aus der Formel 1 abgeleiteten Hybriden und Plug-in-Hybriden experimentiert hat, etwa dem Ferrari LaFerrari oder dem Ferrari SF90 Stradale, wird nun am Elettrica geschraubt. Das Besondere ist dabei, dass Ferrari jeden wesentlichen Bestandteil des Fahrzeugs selbst entwickelt und baut.

Die Entwürfe des Elettrica zeigen dabei einige innovative Ideen, die mit Blick auf andere E-Supersportwagen herausstechen. Die Eigenentwicklungen gehen über die Synchronmotoren mit Permanentmagneten und Halbach-Rotoren, über Inverter, Batteriemodule und Gussteile bis hin zur Softwaresteuerung. Das stellt vor allem eines sicher: technologische Unabhängigkeit, die von mehr als 60 Patenten für diese Entwicklungen begleitet wird. Eine ganze Sammlung an Bildern von den Technologien hat Ferrari ebenfalls mitgeliefert.

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Daneben sprechen die Pläne von technischer Effizienz: Die Hinterachse erreicht eine Leistungsdichte von 4,8 kW/kg, die Batterie eine Energiedichte von 195 Wh/kg. Mit einer Systemspannung von rund 880 Volt arbeitet der Antrieb auf Rennwagenniveau, was hohe Dauerleistung, kurze Ladezeiten und eine stabile thermische Balance ermöglicht. Das Fahrzeuginnere des Elettrica wird zu Beginn des Jahres 2026 vorgestellt, das Modell selbst können Sie im Frühjahr 2026 bewundern.

Batterie im Chassis

Das gesamte Fahrzeug ist auf Performance und Gewichtsoptimierung ausgelegt. 75 Prozent des Chassis bestehen aus recyceltem Aluminium, wodurch Ferrari pro Fahrzeug etwa 6,7 Tonnen CO₂ einspart. Gleichzeitig dient die Batterie nicht als bloßer Energiespeicher, sondern als tragendes Strukturelement: Sie ist in den Fahrzeugboden integriert, wirkt crashabsorbierend und steigert die Torsionssteifigkeit. 85 Prozent der Module wurden zwischen Vorder- und Hinterachse so tief wie möglich positioniert, um den Schwerpunkt um 80 Millimeter (im Vergleich zu einem Verbrenner) zu senken und damit die Fahrdynamik zu verbessern.

Dazu kombiniert Ferrari seine jüngste 48-Volt-Aktivfahrwerksgeneration mit vier unabhängigen Permanentmagnet-Synchronmotoren mit Halbach-Rotoren. „Die Vorderachse besitzt eine Leistungsdichte von 3,23 kW/kg und einen Wirkungsgrad von 93 Prozent bei Maximalleistung, während die Hinterachse eine Leistungsdichte von 4,8 kW/kg und den gleichen Wirkungsgrad erreicht. Der vordere Wechselrichter mit einer Leistung von bis zu 300 kW ist vollständig in die Achse integriert und wiegt nur 9 Kilogramm“, berichtet Ferrari. Die Batterie verfügt dabei über eine Energiedichte „von fast 195 Wh/kg“. Diese Systeme werden von einer Vehicle Control Unit gesteuert, die die relevanten Parameter 200-mal pro Sekunde aktualisiert – eine Steuerungspräzision, die an Formel-1-Niveau erinnert.

Zentrales Element ist das Ferrari Power Pack (FPP), ein Modul mit Siliziumkarbid-basierten Leistungsschaltern, Gate-Treiberplatinen und integriertem Kühlsystem. Die Schaltfrequenz liegt je nach Anforderung zwischen 10 und 42 kHz und wurde auf Effizienz, Wärmehaushalt und akustischen Komfort abgestimmt. So gelingt eine präzise, schnelle Drehmomentverteilung, die hohe Leistungsfähigkeit mit kompakter Bauweise verbindet.

Ohne Sound geht nichts

Ein weiteres Novum ist der akustische Ansatz: Der Elettrica verzichtet auf künstlich erzeugten Motorsound. Stattdessen erfasst ein Sensor die mechanischen Vibrationen des Antriebsstrangs, die anschließend verstärkt und über die Karosseriestruktur in den Innenraum übertragen werden. So entsteht ein authentischer, mechanisch-elektrischer Klang, der sich dynamisch an das Fahrverhalten anpasst und dem Fahrer spürbares Feedback gibt.

Ergänzt wird das System durch eine softwarebasierte Leistungscharakteristik namens Torque Shift Engagement, die eine klassische Ferrari-Drehmomentkurve nachbildet. Über Schaltwippen am Lenkrad lassen sich fünf Power-Level anwählen, die sich wie Gänge anfühlen und das Gefühl einer stetig anwachsenden Beschleunigung erzeugen, ohne die physikalischen Grenzen eines E-Motors zu verletzen. Weitere Details aus Entwicklung und Design des Elettrica erfahren Sie aus dem umfangreichen Beitrag auf der Webseite von Ferrari(sb)

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