Digitalisierte Logistik Aus diesem Berliner Start-up wird ein Milliarden-Dollar-Unternehmen

Redakteur: Tanja Schmitt

Die Zeichen stehen auf Wachstum: In einer Finanzierungsrunde bekommt Sennder frisches Geld. Das Berliner Start-up soll nun mehr als eine Milliarde Dollar wert sein.

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Die 2015 gegründete Digitalspedition sennder mischt mittlerweile bei den ganz Großen mit. Das Ende der Fahnenstange soll noch nicht erreicht sein.
Die 2015 gegründete Digitalspedition sennder mischt mittlerweile bei den ganz Großen mit. Das Ende der Fahnenstange soll noch nicht erreicht sein.
(Bild: sennder)

Sennder hat seine Series D Finanzierungsrunde abgeschlossen und erhält ein Investitionsvolumen in Höhe von 160 Millionen US-Dollar. Die Finanzierungsrunde wird von neuen Investoren angeführt, das Software-Unternehmen übertrifft damit eine Bewertung von über eine Milliarde Dollar. Alle bestehenden Investoren unterstützen das Berliner Unternehmen auch weiterhin. Dazu zählen europäische Wagniskapitalgeber wie Accel, Lakestar, HV Capital, Project A und Scania Growth Capital. Bisher hat Sennder mehr als 260 Millionen Dollar an Finanzierung erhalten.

100 Millionen Dollar des frischen Kapitals will das Unternehmen in das Wachstum und die Weiterentwicklung seiner Technologie stecken. Das 200-köpfige Entwickler-Team soll so vergrößert werden und die Forschung und Entwicklung verstärken. Weitere Mittel werden in die Expansion in weitere europäische Märkte fließen.

Nachhaltig transportieren dank Firmensoftware

Durch seine selbst entwickelte Technik verbindet das Unternehmen Verlader direkt mit Spediteuren. Dies soll für beide Seiten für mehr Transparenz und Effizienz sorgen. Eines der Unternehmensziele ist Nachhaltigkeit: Mithilfe von Daten steigert Sennder die Routeneffizienz und hilft, die Umweltbelastung durch den Straßengüterverkehr und Transportkosten zu senken. Durch das Joint Venture mit Poste Italiane habe die italienische Post mehr als sechs Prozent der jährlichen Ausgaben (100 Millionen Euro) sparen können.

DAX-Konzerne mit an Board

Sennder erbringt bereits Transportdienstleistungen für zehn der im deutschen DAX und elf der im EuroStoxx gelisteten Unternehmen. Ziel der Berliner ist es, kleinere und mittlere Speditionsunternehmen mit etablierten Verladern zu verbinden und ihnen Zugang zu FTL-Ladungen (Full Truck Load) zu verschaffen. Im Jahr 2020 hat das Unternehmen zwei wichtige Transaktionen durchgeführt: Auf die Fusion mit dem französischen Wettbewerber Everoad im Juni 2020, folgte im September die Übernahme des europäischen Frachtgeschäftes von Uber Freight. Sennder wurde 2015 gegründet und beschäftigt heute eigenen Angaben zufolge 800 Mitarbeiter. Die Berliner planen 2021 mehr als eine Millionen FTL-Ladungen abzuwickeln.

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