Studie Wiederbelebung alter Bahnstrecken lohnt sich vielerorts

Quelle: dpa

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Die Entlastung von Wohnungsmärkten und mehr Tourismus sind nur zwei der positiven Effekte, die laut einer Studie bei einer Reaktivierung von alten Bahnstrecken eintreten. Der Bewilligung solcher Vorhaben stehen jedoch Profit-Argumente entgegen.

Seit 1994 wurden in Deutschland mehr als 5.100 Kilometer Bahnstrecke stillgelegt. Nur etwas mehr als 1.000 Kilometer wurden davon wiederum reaktiviert.
Seit 1994 wurden in Deutschland mehr als 5.100 Kilometer Bahnstrecke stillgelegt. Nur etwas mehr als 1.000 Kilometer wurden davon wiederum reaktiviert.
(Bild: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang )

Die Wiederbelebung stillgelegter Bahnstrecken lohnt sich einer Studie zufolge in vielen ländlichen Regionen Deutschlands. Die Hürden etwa für eine Genehmigung seien aber hoch, fand ein Forscherteam im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) heraus. Zu häufig werde nur mit dem direkten finanziellen Nutzen argumentiert, während die Effekte auf Bevölkerungsentwicklung, Umwelt und Gesellschaft unberücksichtigt blieben.

Der Studie zufolge, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, könnten mehr als drei Millionen Menschen durch die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken eine bessere Verbindung ins nächstgelegene regionale Zentrum bekommen. Positive Effekte gäbe es auf Wirtschaft, Verkehr, Umwelt und Gesellschaft.

Wiederbelebung sei „eine Investition in die Zukunftsfähigkeit einer Region“

Unter anderem würden ländliche Orte zu attraktiven Wohn- und Arbeitsorten und damit angespannte Wohnungsmärkte in den Städten entlastet. Man habe den Vorteil des Wohnens auf dem Land, könne aber Arbeit und Freizeitangebote gut erreichen.

Zudem profitierten die Regionen von höheren Steuereinnahmen und mehr Tourismus. Die Wiederbelebung der Strecken sei „eine Investition in die Zukunftsfähigkeit einer Region“, sagte Institutsleiter Markus Eltges.

Umdenken in der Regierung

Seit 1994 wurden der Studie zufolge mehr als 5.100 Kilometer Bahnstrecke in Deutschland stillgelegt – und nur etwas mehr als 1.000 Kilometer reaktiviert. Im Jahr 2019 sei das Eisenbahnnetz so um 16 Prozent kleiner gewesen als im Jahr 1950.

In den vergangenen Jahren aber habe ein Umdenken eingesetzt. Das ist auch am Koalitionsvertrag zu erkennen: SPD, Grüne und FDP versprechen darin, das Streckennetz zu erweitern, Strecken zu reaktivieren und Stilllegungen zu vermeiden.

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