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Wie VW auf einer Mittelmeerinsel das Mobilitätssystem der Zukunft aufbauen will

Redakteur: Svenja Gelowicz

Der Wolfsburger Konzern schifft eine elektrifizierte Flotte auf eine griechische Insel, um ein „hochmodernes Verkehrssystem“ zu erproben. Über die Details des Vorhabens.

Laut Unternehmensangaben besuchen jährlich etwa 72.000 Touristinnen und Touristen die Insel Astypalea.
Laut Unternehmensangaben besuchen jährlich etwa 72.000 Touristinnen und Touristen die Insel Astypalea.
(Bild: Volkswagen)

Volkswagen wählt einen eher ungewöhnlichen Weg, um Mobilitätssysteme für die Zukunft zu erproben. Denn der Konzern will die Insel Astypalea mit 1.300 Einwohnern*innen im Mittelmeer unter anderem mit VW-Fahrzeugen ausrüsten, um dort für sechs Jahre eine Modellregion für Mobilität aufzubauen. Astypalea liegt in der südlichen Ägäis und ist etwa 100 Quadratkilometer groß.

Der Konzern aus Wolfsburg plane ein „völlig neues, hochmodernes Verkehrssystem mit smarten Mobilitätsdiensten“. Darunter versteht der Autobauer beispielsweise ein elektrisches Ridesharing-Angebot. Bislang verkehrten auf der Insel nur zwei Busse. Mit Partnern vor Ort wolle man außerdem die traditionellen Fahrzeugvermietungen zu einem elektrifizierten Carsharing-Angebot verändern. Die Flotte kommt großteils aus dem Hause Volkswagen: E-Autos der Modelle ID 3 und ID 4, E-Roller von der Konzernschwester Seat sowie E-Bikes.

Insgesamt sollen circa 1.500 Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren durch etwa 1.000 Elektrofahrzeuge ersetzt werden. Außerdem will man die Fuhrparks der Behörden und des öffentlichen Sektors elektrifizieren. VW-Chef Herbert Diess: „Unser langfristiges Ziel ist eine klimaneutrale Mobilität für alle. Und mit dem Astypalea-Projekt werden wir herausfinden, wie diese Vision schon heute erreicht werden kann.“

VW will auf die Ladeinfrastruktur aufbauen

Dafür will der Konzern auch die Ladeinfrastruktur stellen. Die Ökostrom-Konzerntochter namens Elli („Electric Life“) stellt Wallboxen bereit, die Volkswagen für die Infrastruktur zum Stromtanken nutzt. Bislang greife die Insel fast vollständig auf fossile Energiequellen zurück.

Das Vorhaben soll eine Blaupause für die Dekarbonisierungsstrategie des Autobauers sein. Laut Unternehmensangaben besuchen jährlich etwa 72.000 Touristinnen und Touristen die Insel. Der stellvertretende griechische Außenminister Konstantinos Fragogiannis sieht das Vorhaben als „Meilenstein für die Zukunft unseres Landes“.

Kritische Stimmen verweisen bei der E-Mobilität unter anderem auch auf schwächelnde E-Auto-Batterien bei Kälte. Diesen Umstand wird man in der Touristenregion im Mittelmeer zumindest kaum erproben können.

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